Zu wenig Online-Marketing-Experten

Berufsbegleitende Studiengang Betriebswirt/in (FH) für Online-Marketing

Die digitale Transformation gilt als eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen seit der industriellen Revolution. Unternehmen stehen in Folge im Marketing und Online-Marketing vor der Aufgabe, neue Strukturen und Prozesse zu entwickeln und vor allem schnell umzusetzen.

Wegweiser
Panthermedia/Studieninstitut für Kommunikation

„Online-Marketing ist extrem dynamisch und entwickelt sich ständig weiter. Big Data und Bots beeinflussen Wahlen, Virtual- und Augmented Reality erweitern die Perspektiven unserer Wahrnehmung“, sagt Prof. Dr. Uwe Hettler von der Fakultät Informatik der Hochschule Schmalkalden.

Der dort angebotene, berufsbegleitende Studiengang Betriebswirt/in (FH) für Online-Marketing bietet eine fundierte Weiterbildung zum Spezialisten für Online-Marketing. Praxispartner ist das Studieninstitut für Kommunikation. Im Interview erläutert Professor Dr. Uwe Hettler, Prorektor für Studium und Internationale Beziehungen der Hochschule Schmalkalden, Fakultät Informatik, die wichtigsten Vorteile des Studiengangs:

Q: „Seit wann gibt es dieses Studium?“

Professor Uwe Hettler: „Den berufsbegleitenden Studiengang Betriebswirt für Online-Marketing (FH) konnten wir bereits zum Wintersemester 2013/2014 starten. Seitdem haben mehrere Jahrgänge das Studium erfolgreich durchlaufen und 35 Absolventinnen und Absolventen ihr Hochschulzertifikat bekommen.“

 

Q: „Immatrikulieren kann man sich wieder ab Oktober 2017, das Studium endet drei Semester später. Erfährt man mehr, klingt das nach viel Inhalt und wenig Zeit. Sitzen am Ende nur noch 50 Prozent der Studenten in der letzten Reihe?“

UH: „In jedem der drei Semester des Studiengangs sind mehrtägige Präsenztermine im Umfang von gut sechs Lehrtagen geplant, die in der Regel an einem verlängerten Wochenende in Schmalkalden oder Düsseldorf stattfinden. Zusätzlich gibt es Webinare, die noch durch Lehrbriefe ergänzt werden. Dieses Informations- und Stoffangebot muss erst einmal verarbeitet werden. Neben dem Job dieses Pensum zu bewältigen ist nicht einfach, aber machbar. Vor allem vor Prüfungen oder Abgabeterminen von Studienarbeiten ist es manchmal stressig. Es gibt dann aber Phasen, in denen man mehr Luft hat. Wenn die eigene Motivation für das Studium vorhanden ist und die Lernorganisation stimmt, dann steht einem erfolgreichen Studienabschluss nichts im Weg. Das bestätigen bisherige Absolventinnen und Absolventen.“

 

Q: „Wie umfassend gehen Sie auf Einzelthemen, wie zum Beispiel Content Marketing oder Storytelling, ein?“

UH: „Strategisches Online-Marketing setzt ein breites Überblickwissen voraus, das für Planung und Umsetzung durch Detailwissen ergänzt werden muss. Beides ist wichtig und beides vermitteln wir. Unsere Lehrkräfte sind die Spezialisten, beispielsweise im Bereich Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO (search engine optimization): Google setzt hier immer mehr auf künstliche Intelligenz zur Optimierung des eigenen Algorithmus zur Auslieferung der Suchergebnisse. Das macht es schwerer, Rankingfaktoren exakt zu beschreiben. Es zeigt sich, dass guter Content der Dreh- und Angelpunkt der Auffindbarkeit bei Google ist. Content-Marketing wird also immer wichtiger. Detailwissen, wie es etwa durch Storytelling gelingt, den Spannungsbogen zu halten und User zu fesseln, ist im Rahmen der SEO unverzichtbar.“

 

Q: „Ihre Hochschule ist federführend bei diesem Studiengang, das Studieninstitut für Kommunikation ist für die Praxis zuständig. Ist das einer der Vorteile des Studiums?“

UH: „Ja, das kann man so sagen: Als staatliche Hochschule bilden wir Akademiker in Fachrichtungen aus, die national wie international gesucht werden. Durch die Partnerschaft mit dem Studieninstitut für Kommunikation und deren langjähriger Expertise haben wir eine ideale Symbiose gefunden, die Stärken beider Institutionen hervorzuheben.“

 

Q: „Sehen Sie eine steigende Nachfrage nach berufsbegleitenden Studiengängen?“

UH: „Die Dynamik in der Informations- und Kommunikationstechnologie reduziert die Halbwertszeit des Wissens noch einmal mehr. Vorstellungen, dass einem das Wissen aus Ausbildung oder Studium eine langwährende berufliche Existenz garantiert, sind heute obsolet. Der stetige Wille zur persönlichen Weiterentwicklung gepaart mit Selbstlernkompetenz und flankiert durch etwa berufsbegleitende Bildungsinitiativen werden immer wichtiger.“

 

Q: „Die Studierenden müssen am Ende des Studiums eine Abschlussarbeit vorlegen. Begleiten Sie den Prozess der Themenauswahl?“

UH: „Ich habe selber schon viele Abschlussarbeiten persönlich betreut. In den Arbeiten wurden meist aktuelle Problemstellungen der Unternehmen thematisiert, in denen die Studierenden beschäftigt sind. Für die Ausarbeitung der Abschlussarbeit sind sechs Wochen geplant, was in der Regel gut machbar ist – vorausgesetzt, der Arbeitgeber unterstützt die Ausarbeitung. Und das ist fast immer der Fall.“

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