Multi-Kamera Produktion

Lawo bringt “The Grand Tour” auf Touren

Die erste Folge von “The Grand Tour” mit Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May, die unlängst auf Amazon Prime lief, war nach eigenen Angaben die bisher größte Premiere auf der Streaming-Site. Während sich die drei früheren “Top Gear” Moderatoren aufmachen, “zum Brüllen komische Abenteuer rund um den Globus” zu bestehen, hat der niederländische OB-Servicedienstleister United den Platz am Steuer Lawo überlassen.

Die FOH Crew von "The Grand Tour".
Lawo
Die FOH Crew von “The Grand Tour”.

Die Serie wird als Multi-Kamera Produktion in 4K HDR mit 23.98 Framerate erstellt, da sie auch in den USA ausgestrahlt wird.

„United hat bereits viele erfolgreiche 4K- und HDR-Drehs gemeistert, einschließlich Live-Konzerte von Muse und U2, was der Hauptgrund dafür war, dass wir den Auftrag bekamen“, erklärt Huub Lelieveld, Sound Supervisor von United, der zusammen mit seinen Kollegen Rob Ashard und Mischa Kortleve für den Tonmix zuständig ist. „Mein Kollege Christian Postma und ich wollten den hochaufgelösten Bildern die bestmögliche Audioqualität hinzufügen.“

In der ersten Folge wurde nicht nur Filmmaterial von den Autos und Straßen produziert, sondern auch im Studiozelt in Kalifornien während der Produktion. Im Verlauf der Serie werden die Moderatoren zu Soldaten einer Sondereinheit, die sich in ein geheimes Trainingscamp in Jordanien einschleusen lassen und einen Opernbesuch genießen. Mit dabei ist United, ein Full-Service-Dienstleister, der neben der Infrastruktur auch technischen und kreativen Support für Medienunternehmen und Broadcaster bereitstellt.

„Für Tonaufnahmen gibt es keine direkte Entsprechung zu 4K – Audio ist noch immer 48kHz. Wir wollten zu den Bildern den adäquaten Ton liefern, und zwar indem wir das beste Audio-Setup ohne Kompromisse zusammenstellen, das noch dazu so kompakt wie möglich sein muss, da das komplette Equipment ja per Flugzeug in alle Teile der Erde transportiert wird“, so Lelieveld.

Die FOH Crew von "The Grand Tour".
Lawo

“Nach einem kurzen Brainstorming kamen wir zu dem Schluss, dass wir die beste kompakte Audiokonsole sowohl für das Recording wie auch FOH brauchten. Dann war es gar keine Frage mehr, dass wir uns für ein Lawo mc²36 entschieden haben. Ich sitze täglich an Lawo Mischpulten – wie auch an Broadcast-Pulten anderer Marken – und für mich sind Lawo Pulte die erste Wahl in puncto Funktionalität, Klangqualität und Zuverlässigkeit.“

Lawos „All-in-One“-Pult mc²36 ist auf anspruchsvolle Broadcast-Produktionen hin optimiert – es bietet hervorragende Sound-Qualität, leistungsfähige DSP-Power und ist ausgestattet mit nativer Ravenna/AES67-Technologie für die nahtlose Integration in IP Infrastrukturen.

Maßgeschneidert an die Anforderungen, die United für die Produktion von „The Grand Tour“ an das Pult hatte, wurde ein mc²36 mit 16 Fadern für den FOH-Platz gewählt – dort mischt Martijn Kuiper. Ein weiteres mc²36 mit 24 Fadern ist für die OB Gallery im Einsatz, die in einem anderen Zelt untergebracht ist. „Eine Lawo Compact Stagebox ist über Ravenna angebunden, und für die Konsolen nutzen wir als digitale Anbindung die MADI Ports der Compact Stagebox. Auf alle Eingänge und Ausgänge können beide Lawo Pulte gleichermaßen zugreifen“, erklärt Lelieveld. „Die drei Moderatoren befinden sich mit dem Publikum in einem Zelt – sie tragen Omni Lavalier Mikrofone und nutzen eine PA, die, wie immer, so laut wie möglich eingestellt ist, damit das Publikum alles gut hören und auf die Gags des Moderatoren-Teams reagieren kann. Um einen direkten und trockenen Sound an der OB Gallery und dem FOH zu bekommen, nutzen wir Lawo Automix und Cedar Audio DNS8 Noise-Reduction. Ich habe eine ganze Weile experimentiert, um einen möglichst trockenen Sound über das Automix einzustellen und fand heraus, dass maximaler Drive in jedem Kanal und ein kurzes (25ms) Release dafür am besten geeignet sind.“

Die FOH Crew von "The Grand Tour".
Lawo
DCIM100GOPROGOPR0447.JPG

Das Ziel des United-Teams war es, ein volldigitales Audio-Setup aufzubauen, um den höchsten Grad an Details und Auflösung zu liefern, und das bei geringstmöglicher Anfälligkeit für Rauschen, Brummen und Summen. Um die Reaktionen des Publikums einzufangen, entschied sich das Team daher für Neumann KM184D Digitalmikrofone, die an Neumann DMI8-Boxen angeschlossen sind. Alles in allem kommen allein für diesen Zweck 14 Mikros zum Einsatz.

„Die Funkmikrofone sind von Wisycom, da wir ein RF-System benötigten, das überall auf der Welt verwendet werden kann. Wisycom mit seinem sehr breit nutzbaren Frequenzspektrum ist dafür ideal“, so Lelieveld. „Um die gesamte Strecke digital zu halten, sind diese Funkmikrofone über AES angebunden.“

Das Riedel Intercom-System nutzt keine einzige analoge I/O; es ist an die Lawo-Konsolen über MADI angebunden, so dass alle analoge Verbindungen direkt durch das Pult laufen.

„Wir sind richtig glücklich mit den bisherigen Ergebnissen“, berichtet Lelieveld. „Was den Audio-Mix angeht, ist das eine sehr anspruchsvolle Produktion, denn man hat mit der Akustik und den Außengeräuschen des Studiozelts und den Umgebungsgeräuschen zu kämpfen – aber mit unserem kompromisslosen Audio-Setup funktioniert das sehr gut!“

Die zweite Folge von „The Grand Tour“ wurde am Freitag, 25. November auf Amazon Prime ausgestrahlt.

Das könnte Sie auch interessieren: