Anderthalb Meter vor dem Abgrund

EVVC fordert Branchendialog zur Rettung der Eventwirtschaft

Der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC) bemängelt, dass die hohe gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Veranstaltungsbranche von Seiten der Regierung bislang unterschätzt und nicht ausreichend berücksichtigt werde. Um den Wirtschaftszweig zu erhalten, seien ein Dialog mit politischen Vertretern auf Bundes- und Länderebene, weitere Hilfen und übergreifende Regeln unerlässlich.

Sprechblase_Fragezeichen(Bild: geralt - pixabay)

Auch wenn mit den Beschlüssen vom 17. Juni kein grundsätzliches Verbot von Großveranstaltungen verhängt worden wäre, würde diese Botschaft in den Medien häufig so kommuniziert, heißt es in einer Meldung des EVVC. Mit unpräzisen Aussagen zu Großveranstaltungen würden Veranstalter und Besucher gleichermaßen verunsichert und die Planung erschwert. Immer mehr Event-Verschiebungen und Absagen seien die Folge.

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„Wir erwarten von der Politik im Bund und den Ländern, dass einheitliche Regelungen zum Umgang mit Veranstaltungen geschaffen werden. Nur so können wir mittelfristig Vertrauen aufbauen und wieder Menschen zusammenbringen“, sagt Ilona Jarabek, EVVC-Präsidentin und Geschäftsführerin der MuK Musik- und Kongresshalle Lübeck. Insbesondere bei Tourneen und im Ligasport seien länderübergreifende Regelungen zwingend notwendig.

Veranstaltungen zwar möglich, aber nicht wirtschaftlich

Der EVVC hat in Zusammenarbeit mit Branchen-Experten einen Rahmenplan Corona erarbeitet. Dieser bietet Betreibern von Versammlungsstätten sowie Veranstaltern Orientierung für die Auslegung der Regeln bei Events und erleichtert die praktische Umsetzung in einem sicheren Rahmen.

Auch wenn sich viele Branchenvertreter für die Durchführung von Veranstaltungen unter erschwerten Bedingungen stark machten, sei die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen laut EVVC wirtschaftlich kaum möglich. „Weitere Hilfsmaßnahmen sind zwingend erforderlich, um das Ökosystem Veranstaltungsbranche zu erhalten,“ so Jarabek. „Denn ohne die vielen Veranstalter, Locations und Dienstleister wird es professionelle, sichere und emotionale Veranstaltungen und Events zukünftig nicht mehr geben.“

Damit werde auch deutlich, dass die aktuellen Einschränkungen nur ein Übergangsszenario darstellen und nicht zum „neuen Normal“ werden dürften. Veranstaltungen seien ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor und weit mehr als Business, Sport und Kultur.

Die Veranstaltungsbranche ist laut Angaben des EVVC in Deutschland der sechstgrößte Wirtschaftsbereich mit etwa einer Mio. Beschäftigten und knapp 130 Mrd. Euro Umsatz. Viele andere Branchen wie die Hotellerie und Gastronomie seien in großem Maße von Events abhängig.

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