LED- und Kamera-Technik für virtuelle Produktionen

ARRI und ROE arbeiten bei virtuellen Produktionen zusammen

Seit Anfang 2020 testen ARRI und ROE die Kompatibilität der eigenen Produkten für virtuelle Produktionen, vor allem im Bereich Mixed Reality. Man erhofft sich Erkenntnisse im Bereich Bildaufnahme und LED-Technologie.

ARRI Kamera im Testaufbau(Bild: ROE / ARRI)

Als Europa Anfang letzten Jahres mit den ersten COVID-19-Maßnahmen konfrontiert wurde, war es für ARRI und ROE Visual klar, dass die virtuelle Produktion zu einer wesentlichen Technologie werden würde. Beide Unternehmen hätten laut eigener Aussage erkannt, dass sie ein wichtiges Glied in der Kette bei der Entwicklung und Verbreitung von Wissen in diesem Bereich sind. Die Teams von ARRI und ROE Visual nach und nach die Idee eines gemeinsamen Testprogramms. Beide Unternehmen arbeiteten unter NDA, um das damit verbundene geistige Eigentum zu schützen, und schufen eine Umgebung, in der die technischen Teams ihre Gedanken und Erkenntnisse offen austauschen konnten.

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„Wir begannen diese Zusammenarbeit einfach damit, dass wir einige Stunden im Zoom verbrachten, um in die verwandten Fachgebiete einzutauchen und uns mit der Technologie des jeweils anderen vertraut zu machen. Dieser Wissensaustausch war sehr nützlich“, erklärt Victor Kortekaas, Technischer Direktor bei ROE Visual Europe. „Wir stellten bald fest, dass wir die gleichen Themen berühren, nur hatten wir noch kein gemeinsames Vokabular entwickelt, um sie zu beschreiben.“

Die Zusammenarbeit mündete in der Implementierung von zwei identischen Testumgebungen, eine in Ismaning bei München auf dem Gelände von ARRI, eine in Leek bei ROE Visual Europe. Diese Setups bestehen aus einer Ruby LED Wand und einer Amira Kamera. Bei den regelmäßigen Besprechungen der technischen Teams unter der Leitung von Victor Kortkaas und Andreas Oestreich, verantwortlich für die Softwareentwicklung für Mixed Reality Production Solutions bei ARRI, ging es um das Verhalten von LED-Wand und Kamera.

„Es ging im Wesentlichen darum, was intern im LED-Medium und in der Kamera passiert, um Tests von der Theorie zur Praxis. Aber wir testeten auch Farbe und Farbverarbeitung, wie sich der Farbumfang zu den Möglichkeiten der Kamera verhält, wie man die Synchronisation der LED mit dem Kamera-Shutter optimiert, sowie Gammakurven. Auch Themen wie Artefakte, Scanlinien, Bildwiederholraten und Multiplexing konnten wir testen“, so Kortekaas weiter.

ARRI Kamera im Testaufbau(Bild: ROE / ARRI)

„Eine unserer wichtigsten Erkenntnisse, die vor allem für ARRI interessant ist, war das Verhalten von Rolling-Shutter-Sensoren, die häufig in Cine-Produktionen eingesetzt werden, in Kombination mit LED-Wänden. Es gab die gängige Meinung, dass Rolling Shutter in Mixed-Reality-Produktionen nicht geeignet sind. Unsere Forschung bewies das Gegenteil. Durch die Optimierung des Timings der Kamera und des LED-Mediums wurde deutlich, dass der Einsatz eines Rolling Shutters keine Einschränkung darstellt“, so Andreas Oestreich. „Darüber hinaus haben wir einen Weg gefunden, die üblichen Artefakte zu reduzieren, indem wir die Synchronisation korrekt versetzt haben und somit die Belichtungszeit der Kamera mit dem Refresh-Zyklus der LEDs in Einklang bringen und den vollen Kamerasensor nutzen.“

Aufgrund der bisher erzielten Ergebnisse wollen ARRI und ROE Visual die Zusammenarbeit fortsetzen und intensivieren und ihr Testprogramm verlängern werden.

„Unser Ziel für die Zukunft ist es, unsere Forschung auf dem höchsten Level fortzusetzen. Dabei streben wir eine optimale Integration zwischen den Systemen an, die zu einem noch benutzerfreundlicheren Erlebnis führt“, so Oestreich. „Für ARRI ist die Zusammenarbeit mit ROE Visual ein weiterer wichtiger Schritt, um unseren Kunden die bestmöglichen Lösungen für Mixed-Reality-Anwendungen zu bieten.“

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