Main Stage Session

Beschallungsplanung im Spagat – Zwischen Ernstfall und Entertainment

Beschallung ist selten nur „Sound“. In Versammlungsstätten, Bahnhöfen, Schwimmbädern, Arenen oder auch nur im Meetingraum trägt sie immer zwei Gesichter: Auf der einen Seite soll sie Entertainment liefern, also Klang, Pegelverteilung, Qualität und eine angenehme Hörerfahrung. Auf der anderen Seite steht der Ernstfall, in dem Sprache nicht schön, sondern eindeutig und verständlich sein muss – und zwar nachweisbar. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Paneldiskussion von der LEaT con 25 „Beschallungsplanung im Spagat – Zwischen Ernstfall und Entertainment“ mit Anselm Goertz, Rüdiger Aue, Holger Weitkämper und Thomas Steinbrecher.

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Beschallungsplanung ist heute mehr als „Lautsprecher platzieren“. In vielen Projekten muss eine Anlage zwei Welten gleichzeitig bedienen: Entertainment mit hoher Klangqualität und sichere Sprachverständlichkeit für Notfälle (z. B. Sprachalarmanlagen). In dieser Zusammenfassung findest du die wichtigsten Überpunkte aus dem Panel „Beschallungsplanung im Spagat – Zwischen Ernstfall und Entertainment“ – kompakt, praxisnah und SEO-optimiert.

1) Beschallungsplanung beginnt nicht bei der Box, sondern bei der Aufgabe

Der erste Schritt ist immer die Bedarfsanalyse: Welche Nutzungsszenarien gibt es (Show, Sprache, Durchsagen, Hybrid, variable Bestuhlung)? Welche Anforderungen gelten normativ (z. B. für Notfalldurchsagen) und welche Erwartungen hat das Publikum im Alltag? Ohne diesen Rahmen bleibt jede Simulation nur ein schönes Bild.

2) Simulation ist nur so gut wie die Eingangsdaten

Moderne Tools können viel – aber sie liefern nur dann belastbare Ergebnisse, wenn die Eingangsgrößen stimmen. Entscheidende Faktoren sind neben der Lautsprecherwahl vor allem Raumakustik, Signalart, Verstärkerleistung und realistische Betriebsbedingungen. Wer mit falschen Annahmen rechnet, plant am Ende an der Realität vorbei.


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3) Raumakustik ist der Schlüssel für Sprachverständlichkeit

Sobald es um Sprachverständlichkeit, Gesamtschallpegel und den diffusen Schallanteil im Raum geht, führt kein Weg an Raumakustik vorbei. Besonders wichtig: Nachhallzeit (frequenzabhängig) und die Frage, ob sie gemessen oder für einen Neubau berechnet werden muss. Für belastbare Prognosen ist ein kalibriertes Modell ideal – also Simulation und Messung im Abgleich.

4) Lautsprecher-Daten: Vertrauen ist gut, Nachvollziehbarkeit ist besser

Ein zentraler Diskussionspunkt: Wie verlässlich sind Herstellerdaten? Zahlen wie „Max SPL“ sind nur dann hilfreich, wenn klar ist, wie sie gemessen oder berechnet wurden (Peak vs. Mittelungspegel, Verzerrungsgrenzen, Testsignal). In der Praxis entstehen Abweichungen häufig durch unterschiedliche Messmethoden – deshalb ist Transparenz bei Daten und Definitionen entscheidend.

5) Workflows & Schnittstellen entscheiden über den Projekterfolg

Beschallungsplanung ist Teamwork: Architektur, Statik, Elektro, TGA/Klima, Trockenbau, Medientechnik, Betrieb. Erfolgreich wird ein Projekt, wenn Planer die „Sprache“ der anderen Gewerke sprechen und Anforderungen sauber übersetzen – etwa bei Stromaufnahme, Abwärme, Aufhängung, Kabelwegen und Bedienkonzepten.

6) Immissionsschutz: Prognose, Messung, Verifikation

Bei Open-Air-Events spielt Immissionsschutz eine große Rolle. Prognosen werden heute häufiger durch bessere Schnittstellen zwischen Beschallungsplanung und Immissionsschutz-Methodik präziser – und besonders wichtig: In diesem Feld gibt es oft direkte Nachmessungen, die Planung und Realität abgleichen. Das hilft, Grenzwerte einzuhalten, ohne pauschal „leiser um jeden Preis“ zu fahren.

Fazit: Gute Beschallung ist Planung – keine Nachrüstung

Ob Konferenzraum oder Großprojekt: Beschallung funktioniert dann am besten, wenn Akustik und Simulation frühmitgedacht werden. Wer Raumakustik, Datenqualität und Projekt-Schnittstellen ernst nimmt, bekommt am Ende Systeme, die im Alltag gut klingen und im Ernstfall zuverlässig verständlich bleiben.

Ab sofort gibt es zweimal pro Woche frischen Main-Stage-Content von der LEaT con 25! Montags und mittwochs gehen neue Videos online. Perfekt zum Nachschauen, Teilen und für alle, die das Programm vor Ort nicht komplett sehen konnten. Hier geht es direkt zu unserem YouTube-Kanal – abonnieren und kein neues Video verpassen: www.youtube.com/@leatcon

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