Trend

Gesundheit Schlüsselthema im Bildungsurlaub Trendbericht 2026

Bildungsurlaub in Deutschland verzeichnet mit 1,2 Mio. Teilnehmern erneutes Rekordjahr und macht das Bedürfnis von Angestellten nach mentaler und körperlicher Gesundheit stark sichtbar: Jeder zweite Bildungsurlaub ist ein Gesundheitskurs. Das zeigt der aktuelle Bildungsurlaub Trendbericht 2026 der Plattform Bildungsurlauber.de. 

(Bild: Bildungsurlaub.de)

Der Trendbericht 2026 zeigt, dass Bildungsurlaub in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnt. Im Jahr 2025 nutzten rund 1,2 Millionen Beschäftigte ihren Anspruch auf Bildungsurlaub – ein neuer Rekord und ein Anstieg der Nachfrage um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders gefragt sind Angebote rund um mentale und körperliche Gesundheit: Jeder zweite Bildungsurlaub setzt hier einen thematischen Schwerpunkt. Auf Platz zwei folgen Sprachkurse, die etwa ein Drittel aller gebuchten Maßnahmen ausmachen.

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Inhaltlich verschieben sich die Interessen jedoch. Während gesellschaftliche und ökologische Themen an Nachfrage verlieren, steigt das Interesse an IT- und KI-Weiterbildungen an. Die berufliche Relevanz und Zukunftsfähigkeit von Kompetenzen rücken damit in den Fokus.

Regional zeigen sich klare Unterschiede: In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen ist die Nachfrage am höchsten. Generell wächst das Interesse an Bildungsurlaub vor allem in den Stadtstaaten, während er in einigen ostdeutschen Bundesländern an Bedeutung verliert.

Trotz des positiven Trends bleibt das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft: Nur etwa jede zwölfte anspruchsberechtigte Person nimmt Bildungsurlaub tatsächlich in Anspruch. Auffällig ist zudem ein deutlicher Geschlechterunterschied – 59 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen, 41 Prozent Männer.

Auch politisch gibt es Bewegung: Am 4. Februar 2026 hat Sachsen ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Damit existiert der gesetzliche Anspruch auf Bildungsurlaub nun in 15 von 16 Bundesländern. Lediglich Bayern steht weiterhin ohne Regelung da.

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende dazu: „Bildungszeit ist Zukunftszeit – gerade in einer Arbeitswelt, die sich rasant verändert. Ich freue mich, dass der Bildungsurlaub immer beliebter wird. Damit das so bleibt, müssen die Regelungen der Bundesländer einheitlicher werden und wichtige Themen wie Teilhabe und politische Bildung endlich überall abdecken. Denn je klarer und nachvollziehbarer die Regelungen sind, desto mehr Menschen können ihr Recht auf Weiterbildung auch tatsächlich nutzen. Und natürlich müssen Sachsen und Bayern endlich nachziehen und den Anspruch auf Bildungsfreistellung wie alle anderen Länder auch gesetzlich verankern.“ 

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