Vom kleinen Familienbetrieb hat sich Holtmann+ zu einem international renommierten, agilen 360°-Full-Service-Anbieter der Livekommunikation entwickelt. Wichtiger Teil der Geschichte: das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (MAB), das in diesem Jahr das 20. Jubiläum feiert und die Belegschaft zu Mitunternehmern macht.
(Bild: Holtmann +)
Das Unternehmen wurde 1950 in Langenhagen bei Hannover als Tischler- und Zimmereibetrieb gegründet. Die Handwerkserfahrung setzte das Unternehmen später auch im Messebau ein, nachdem 1957 in Hannover erstmals die „Export-Messe“ stattfand, die später in „Hannover Messe“ umbenannt wurde. Durch internationale Projekte an maßgeblichen Messestandorten weltweit wuchs Holtmann Messen + Events zu einem führenden Unternehmen.
Anzeige
Unternehmer Claus Holtmann führte das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2006 ein. Es ging darum, die Belegschaft am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Gleichzeitig unterstrich er damit sein großes soziales Engagement. Vom Start weg wurde das Angebot von den Mitarbeitern gut angenommen, die gerne zu Mitunternehmern wurden.
Programm als Anker in der Pandemie
Die Verwerfungen der Coronapandemie, die das Messegeschehen in der seitherigen Form zum Erliegen gebracht hatten, führten zur schnellen Umsetzung innovativer Angebote. Heute als Holtmann+ firmierend, liegt ein Transformationsprozess gewissermaßen im Zeitraffer hinter den Mitarbeitern. In dieser herausfordernden Phase zeigte sich ein Extrabonus eines etablierten Beteiligungsprogramms, erinnert sich Geschäftsführer Jörg Zeißig: „Es hat sich ein besonderer Spirit gezeigt, ein Gemeinschaftsgefühl, das dem Unternehmen geholfen hat, aus der Pandemie gestärkt hervorzugehen.“ Nicht zuletzt half auch das Kapital der Mitarbeiter, die Transformation zu finanzieren.
„Unser Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ist ein wertvoller Baustein unserer partnerschaftlichen Unternehmenskultur“, betont Ilka Schulze, die als Geschäftsführerin der Mitarbeitergesellschaft die Organisation verantwortet. Unter dem Motto „Fair miteinander erfolgreich“ werden Teamarbeit, Partnering, die eigenverantwortliche Gestaltung der Arbeitszeit sowie zielorientiertes Denken und Arbeiten seit nunmehr 20 Jahren als wichtige Erfolgsfaktoren definiert.
Mitarbeiter als stille Gesellschafter
Holtmann+ hat ein System gewählt, bei dem sich die Mitarbeiter als stille Gesellschafter über die Holtmann Mitarbeiterbeteiligungs GmbH (HMG) engagieren. Der Nennwert eines Holtmann-Beteiligungsscheins beträgt 250 EUR. Der Kauf von bis zu drei Anteilen wird unterstützt, und zwar mit 100 EUR für den ersten und je 50 EUR für den zweiten und dritten Schein – statt 750 EUR müssen Mitarbeiter also nur 550 EUR zahlen. Wer darüber hinaus noch weitere Beteiligungsscheine erwerben möchte, kann dies bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000 EUR jährlich tun, allerdings ohne Discount. Damit sind die Mitarbeiter am Unternehmensergebnis beteiligt.
Die HKG verzinst diese Einlage abhängig vom Unternehmensergebnis. Die Verzinsung ist auf maximal 13 % gedeckelt; rutschte Holtmann+ in die roten Zahlen, würde maximal 1 % abgezogen. Henning Ordas, ebenso langjähriger Mitarbeiter wie Teilnehmer am Programm, befindet das als „hochattraktive Anlageform“. Die Renditeaussicht bewege ihn jedes Jahr aufs Neue, am Programm teilzunehmen. Das dürfen übrigens auch schon Auszubildende. „Wir kannten das als Möglichkeit gar nicht und finden es sehr positiv“, heißt es von den Auszubildenden. Es war für viele daher keine Frage, einen Anteilsschein zu kaufen – und man könne sich vorstellen, das regelmäßig zu machen.
Thesaurierung der Gewinne möglich
Die HMG führt ein Beteiligungskonto, auf dem Gesellschaftseinlagen gebucht werden. Teilnehmende Mitarbeiter sind stille Gesellschafter der HMG. Die Höhe der Einlagen entspricht dem Nennwert der Beteiligungsscheine und übersteigt somit den real geleisteten Kaufbetrag um den Förderbetrag. „Auf Wunsch aus dem Mitarbeiterkreis haben wir seit 2012 die Möglichkeit geschaffen, Anteile über das Jahr hinweg anzusparen“, führt Schulze aus. Ebenfalls auf Wunsch Beteiligter besteht seit 2016 die Möglichkeit, die Zinsen (ohne Kapitalertragsteuer und Solidarzuschlag, die direkt an das Finanzamt abgeführt werden) für den Kauf von Anteilen des Folgejahrs stehenzulassen. Der Erwerb jedes Beteiligungsscheins ist auf mindestens fünf Jahre angelegt. „Diese Sperrfrist ist notwendig, denn nur so können langfristige Investitionen bei der HKG finanziert werden“, erläutert Zeißig.
Für Zeißig und Schulze stellt die Mitarbeiterbeteiligung ein sehr effizientes Werkzeug dar, Mitarbeiter zu finden und sie zu halten. Insbesondere in Sondersituationen wie der Pandemie habe sich das Angebot bewährt: „Es ist eine wichtige unternehmerische Aufgabe, das Team zusammenzuhalten. Das fällt umso leichter, je größer die Vertrauenssphäre ist und die Motivation der Mitarbeiter, am Unternehmen festzuhalten und es zu stützen.“