Geschäftsreisen entwickelten sich zunehmend zum Ausgangspunkt zusätzlicher touristischer Wertschöpfung. Der neue „Bleisure & Workation Monitor Deutschland“, dessen Ergebnisse am 24. Juni 2026 in der Rheingoldhalle Mainz 150 Teilnehmenden (vor Ort und digital) vorgestellt wurde, zeige deutlich, dass die Verbindung von beruflichen und privaten Reiseanlässen weiter an Bedeutung gewinne. Für Rheinland-Pfalz und den Tagungs- und Kongressmarkt eröffneten sich dadurch erhebliche Chancen, Geschäftsreisende länger in der Destination zu halten und sie langfristig als Urlaubsgäste zu gewinnen.

Die vom Forschungsteam der IU Internationale Hochschule durchgeführte Untersuchung basiere auf Befragungen von mehr als 1.000 Geschäftsreisenden sowie rund 300 touristischen Anbietern. Erstmals seien dabei Angebot und Nachfrage im Bereich Bleisure Travel und Workation gemeinsam analysiert worden, wodurch eine belastbare Datengrundlage für Destinationen, touristische Betriebe und Arbeitgeber geschaffen worden sei.
Die Ergebnisse bestätigten einen Trend, den das Convention Bureau Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH bereits seit mehreren Jahren aktiv begleite. Mit den Bleisure-Highlight-Angeboten des CB RLP unterstütze das rheinland-pfälzische Kongressbüro Veranstalterinnen und Veranstalter dabei, Tagungen und Kongresse um attraktive Freizeit- und Erlebnisangebote zu ergänzen. So würden Tagungsgäste mit dem Hotel-Package „Stay a little bit longer“ und dem damit verbundenen Rabatt in Höhe von 20 % auf die Verlängerung gezielt dazu eingeladen, ihren beruflichen Aufenthalt in Rheinland-Pfalz mit Erlebnissen in den Weinregionen, Mittelgebirgslandschaften, Kulturstädten und UNESCO-Welterbestätten des Landes zu verbinden.
Geschäftsreisende bleiben länger und kommen häufiger zurück
Laut Studie verlängerten bereits fast die Hälfte aller Geschäftsreisenden ihre Dienstreise für private Aktivitäten. Die durchschnittliche Verlängerung betrage zwei zusätzliche Übernachtungen. Gleichzeitig verfügten bereits rund ein Viertel der Befragten über Erfahrungen mit Workation-Angeboten, bei denen Arbeit und Urlaub miteinander kombiniert würden.
Für das Convention Bureau Rheinland-Pfalz seien diese Zahlen ein klarer Beleg dafür, dass Bleisure Travel längst kein Nischenthema mehr sei. Insbesondere Rheinland-Pfalz profitiere von seiner Kombination aus leistungsfähiger Tagungsinfrastruktur, kurzen Wegen, hoher Aufenthaltsqualität sowie einem vielfältigen Freizeit- und Kulturangebot.
Ein besonders wichtiges Ergebnis des Monitors betreffe die langfristige touristische Wirkung: Rund 64 Prozent der Bleisure-Reisenden und Workation-Nutzenden kehrten später als private Urlaubsgäste in die Destination zurück. Geschäftsreisen würden damit zunehmend zum ersten Kontakt mit einer Region und schafften nachhaltige Nachfrageeffekte weit über die eigentliche Veranstaltung hinaus.
Rheinland-Pfalz bietet ideale Voraussetzungen
Die Ergebnisse zeigten zudem, dass Bleisure Travel und Workation keineswegs ausschließlich auf (Groß-)Städte beschränkt seien. Auch ländliche Regionen mit hoher Lebensqualität, attraktiven Natur- und Freizeitangeboten sowie guter Erreichbarkeit verfügten über gute Voraussetzungen, um von dieser zusätzlichen touristischen Nachfrage zu profitieren.
Mit seinen vielfältigen Tagungsstandorten zwischen Rhein, Mosel, Ahr, Nahe und Lahn verfüge Rheinland-Pfalz über ideale Rahmenbedingungen für die Verbindung von Business und Freizeit. Bereits heute integriere das Convention Bureau Rheinland-Pfalz gemeinsam mit seinen Partnern zahlreiche Bleisure-Bausteine in Veranstaltungsangebote – von Wein- und Genussprogrammen über kulturelle Entdeckungstouren bis hin zu aktiven Naturerlebnissen entlang der Flüsse und Mittelgebirge.
„Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Bleisure Travel und Workation längst keine Nischenthemen mehr sind. Gerade für Bundesländer wie Rheinland-Pfalz ergeben sich neue Chancen, Geschäftsreisende länger in der Destination zu halten und sie als spätere Urlaubsgäste wiederzugewinnen. Entscheidend ist jetzt, diese Potenziale durch sichtbare Angebote und starke regionale Netzwerke gezielt zu erschließen“, erklärt Stefan Zindler, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH.
Nachfrage wächst schneller als das Angebot
Nicht nur die Nachfrageseite, sondern auch die Angebotsseite sei im Rahmen des Monitors erstmals umfassend untersucht worden. Die Ergebnisse machten deutlich, dass Bleisure Travel und Workation bei vielen touristischen Betrieben bereits als relevante Zukunftsthemen wahrgenommen würden. Viele Anbieter erkannten die Potenziale zusätzlicher Wertschöpfung, einer verbesserten Auslastung sowie der Ansprache neuer Zielgruppen.
Gleichzeitig zeige die Studie, dass die Entwicklung passgenauer Angebote vielerorts noch am Anfang stehe: Rund 80 Prozent der befragten Beherbergungsbetriebe verfügten bislang über keine speziell auf Bleisure- oder Workation-Gäste zugeschnittenen Leistungen. Auch strategisch bestehe weiteres Entwicklungspotenzial, da viele Betriebe entsprechende Anfragen derzeit noch eher situativ als auf Grundlage eines gezielten Angebotskonzepts bedienten.
„Viele Destinationen und Betriebe haben diese Zielgruppen bereits im Haus, ohne sie gezielt auf die Bleisure- und Workation-Angebote anzusprechen. Genau darin liegen erhebliche Wachstumschancen für den Deutschlandtourismus: Die Gäste sind bereits vor Ort – aus Geschäftsreisenden können zusätzliche Freizeitgäste und Wiederkehrer werden“, so Prof. Dr. Peter Neumann von der IU Internationale Hochschule.
Neue Marktpotenziale für Kongressstandorte
„Die Studienergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass Bleisure Travel und Workation längst zu wichtigen Impulsgebern über den klassischen Tourismus hinaus geworden sind. Gerade für den Tagungs- und Kongressstandort Deutschland eröffnen sich damit neue Chancen, Geschäftsreisen zeitgemäßer zu gestalten, zusätzliche Wertschöpfung zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Destinationen nachhaltig zu stärken“, sagt Katja Mailahn, Geschäftsführerin der mainzplus GmbH und Sprecherin des Convention Bureau Rheinland-Pfalz.
Die sechs Thesen des sogenannten „Mainzer Impulses“, die im Rahmen der Fachveranstaltung diskutiert worden seien, unterstrichen die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit von Tourismus, Wirtschaft und Arbeitgebern. Denn die Zukunft von Bleisure Travel und Workation werde nicht allein in den Destinationen entschieden, sondern auch durch moderne Arbeitsmodelle und unternehmerische Rahmenbedingungen geprägt.
Mit seinen bestehenden Bleisure-Angeboten und einem starken Netzwerk aus Convention Bureau Rheinland-Pfalz, Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Tagungsstätten, Hotels und touristischen Leistungsträgern sehe sich Rheinland-Pfalz gut aufgestellt, um die wachsende Nachfrage nach hybriden Reiseformen aktiv zu gestalten und zusätzliche Wertschöpfung für die Regionen des Landes zu generieren.
Weitere Informationen
www.bleisure-workation-monitor.de
https://www.rlp-conventions.com/bleisure
https://www.rlp-conventions.com/bleisure/stay-a-little-bit-longer
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