Mitarbeiter bleiben größtes Cyberrisiko – KI verschärft die Lage
von Redaktion,
Zwei aktuelle Studien zeigen: Das größte Sicherheitsrisiko für Unternehmen sitzt nicht in der IT-Infrastruktur, sondern am Arbeitsplatz der eigenen Belegschaft. Sowohl eine Befragung von 200 CISOs in Deutschland, Frankreich, Schweden und Großbritannien durch MetaCompliance als auch der „Cybersecurity Hygiene Report 2026“ von WatchGuard Technologies unter 684 Beschäftigten in KMU kommen zu dem Befund: Menschliches Verhalten – verstärkt durch den Einsatz von KI – wird zur zentralen Schwachstelle.
(Bild: PROFESSIONAL SYSTEM)
Laut der MetaCompliance-Studie sehen 68 Prozent der befragten CISOs die eigenen Mitarbeitenden als größtes Sicherheitsrisiko ihrer Organisation. Der Grund: KI-gestützte Angriffe nutzen menschliche Schwächen gezielter aus als klassische Phishing-Versuche – täuschend echte Identitätsnachahmung und großflächig gefälschte Kommunikation erschweren die Erkennung.
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Fast die Hälfte der CISOs, die die Cyberresilienz ihres Unternehmens kritischer einschätzen als vor einem Jahr, nennt raffiniertere KI-Social-Engineering-Angriffe als Hauptgrund.
Gleichzeitig geben 78 Prozent an, dass ihre Geschäftsführung die Risiken durch Fehler von Mitarbeitern nicht vollständig erfasst – und bei 79 Prozent lässt die Unterstützung für Security-Awareness-Maßnahmen mit der Zeit spürbar nach.
„Unternehmen investieren zwar in Sicherheitslösungen, doch vielen fehlt es nach wie vor an Einblick in die tatsächlichen Arbeitsabläufe ihrer Mitarbeiterschaft“, Marc Laliberte, Director of Security Operations bei WatchGuard Technologies
Die WatchGuard-Erhebung liefert dazu passende Verhaltensdaten aus der Praxis: 64 Prozent der Befragten nutzen nicht autorisierte KI-Tools für ihre Arbeit („Schatten-KI“), ohne dass Unternehmen davon in der Regel Kenntnis haben.
Hinzu kommen altbekannte, aber hartnäckige Risikofaktoren: 76 Prozent verwenden Passwörter mehrfach, 30 Prozent geben sie sogar an Dritte weiter, 70 Prozent nutzen öffentliches WLAN für dienstliche Zwecke, die Hälfte greift ohne VPN auf Unternehmensressourcen zu, und 55 Prozent verwenden Arbeitsgeräte auch privat.
„Unternehmen investieren zwar in Sicherheitslösungen, doch vielen fehlt es nach wie vor an Einblick in die tatsächlichen Arbeitsabläufe ihrer Mitarbeiterschaft. Alltägliche Verhaltensweisen – von der Nutzung künstlicher Intelligenz bis hin zum verbesserungswürdigen Umgang mit Passwörtern – bergen Risiken, für deren Bewältigung herkömmliche Kontrollmechanismen nicht ausgelegt sind,” warnt Marc Laliberte, Director of Security Operations bei WatchGuard,
Beide Studien zeichnen damit ein übereinstimmendes Bild: Während Angreifer mithilfe von KI immer überzeugendere Täuschungsmanöver entwickeln, wächst die Lücke zwischen tatsächlichem Risiko und dessen Wahrnehmung auf Führungsebene – und mit ihr die Angriffsfläche, die menschliches Verhalten im Arbeitsalltag bietet.