Neue Beschallung für historisches Mabel-Tainter-Theater
von Redaktion,
Das 1889 erbaute Mabel Tainter Theater im US-Bundesstaat Wisconsin, eines der am meisten geschätzten historischen Gebäude des Staates, hat eine neue Beschallungsanlage mit dem ADAPTive-Line-Array AC6 von Eastern Acoustic Works (EAW) erhalten. Realisiert wurde die Installation von Metro Sound & Video unter der Leitung von Systems Engineer und Integration Designer Jonathan Harlfinger.
(Bild: EAW)
Mit handgeschnitztem Holzwerk, handgemalten Schablonenmalereien, schrägen Flächen und einem ursprünglich für Vaudeville-Theater konzipierten Zuschauerraum ist das Mabel Tainter sowohl optisch beeindruckend als auch akustisch anspruchsvoll. Heute finden dort Theaterstücke, Musicals, Konzerte, Hochzeiten und Gemeindeveranstaltungen statt, was ein modernes Soundsystem erfordert, das ein breites Programm abdecken kann, ohne das historische Erbe des Gebäudes zu beeinträchtigen.
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Mit dem bisherigen Point-Source-System aus dem Jahr 2007 sei es schwierig gewesen, bei Schauspielermikrofonen nennenswerten Gain-before-Feedback zu erreichen, und auch die Balance zwischen Orchestergraben und Bühne sei stets eine Herausforderung gewesen, erläutert Spencer Berndt, Technical Facilities Manager am Mabel Tainter. Da sämtliches Holzwerk handgeschnitzt und alle Schablonenmalereien handgemalt seien und sich nichts davon ersetzen lasse, habe jede neue Installation die Geschichte des Hauses respektieren müssen und zugleich die bislang fehlende Performance liefern sollen, so Berndt weiter.
Farblich angepasste Lautsprechergrills
Harlfinger hatte das AC6 bereits auf einer Fachmesse gesehen und erkannte es sofort als passende Lösung für das Haus, da man vergleichbare Modelle bereits erfolgreich in großen Kathedralen wie in kleineren zeitgenössischen Kirchen eingesetzt habe. Größe, Performance und Flexibilität hätten für einen Raum wie diesen gepasst, betont Harlfinger.
Damit sich das AC6 optisch in den kunstvollen Bühnenrahmen einfügten, arbeitete das Team eng mit EAW an einem aufwendigen Farbanpassungsprozess mit der Metallix-Lackreihe von Rosco und entschied sich nach mehreren Testmischungen für eine Kombination aus 80 Prozent Bronze und 20 Prozent Gold, die unter den Lichtverhältnissen des Hauses perfekt zum umgebenden Holzwerk passte.
Anschließend beauftragte Berndt den lokalen Künstler Wade Lambrigsten vom Vintage Sign Shop, das historische Schablonenmuster des Gebäudes direkt auf die Lautsprechergrills zu übertragen. EAW lieferte die Grills dafür separat, damit die Bemalung vor der finalen Montage aufgebracht werden konnte.
Bei schwachem Licht falle kaum auf, dass dort überhaupt Lautsprecher hängen, das Publikum bemerke die neue Anlage optisch gar nicht, ergänzt Berndt. Auch Vorstandsmitglieder und Gemeindemitglieder seien beeindruckt gewesen, wie gut sich das System einfüge, so Harlfinger.
Dank handgemalter Schablonenmalerei fügt sich der EAW-Lautsprecher AC6 nahezu unsichtbar in das kunstvolle Interieur des Mabel Tainter Theaters ein (Bild: EAW)
Über die Optik hinaus habe das AC6 die Klangtreue und Flexibilität des Hauses deutlich verbessert, die Klarheit sei beeindruckend, besonders beim Klavier habe man einen Tag-und-Nacht-Unterschied wahrgenommen. Für Berndt hat das Upgrade zudem neue Arbeitsabläufe eröffnet: Erstmals könne er Flächenmikrofone einsetzen, mehr vom Raum einfangen, ein besseres Stereobild erzeugen und den Orchestergraben abmischen, ohne Rückkopplungen befürchten zu müssen.
Die ADAPTive-Technologie des AC6 erlaubt in Kombination mit der Resolution-Software von EAW eine präzise Steuerung der Schallausbreitung im unkonventionell geformten Zuschauerraum, sodass sich die Abdeckung an die schrägen Flächen und unterschiedlichen Sitzbereiche anpassen und gezielt vom Publikum weg von reflektierenden Flächen lenken lässt.
Das Projekt habe das Gebäude gewürdigt und dem Haus zugleich die Werkzeuge für die Zukunft gegeben, resümiert Harlfinger. Genau das habe das Mabel Tainter verdient.