Die Leangen Arena im norwegischen Trondheim hat im Zuge einer Sanierung eine neue Beschallungsanlage von KV2 Audio erhalten. Die Halle mit 3.000 Plätzen ist Heimspielstätte des Erstligisten Nidaros. Geplant und in Betrieb genommen hat das System der norwegische Integrator Avonlyd AS, der sich in einem öffentlichen Vergabeverfahren durchgesetzt hat.
(Bild: KV 2 Audio)
Die 1977 eröffnete Halle besteht aus großflächigen Betonwänden, sichtbarer Stahlkonstruktion sowie ausgedehnten reflektierenden Flächen aus Glas und Eis. Die bisherige Anlage kam mit den langen Nachhallzeiten nicht zurecht. Die Anforderungen für die neue Installation legte das Ingenieurbüro COWI in der Ausschreibung fest. Verlangt wurden zugleich ein hoher Schalldruckpegel und ein hoher Speech Transmission Index.
Anzeige
Beides in einer stark halligen Halle zu erreichen, sei nie allein eine Frage der Leistungsfähigkeit gewesen, erläutert Edgar Andraa Lien, Partner, Gründer und Sales Director bei Avonlyd. Entscheidend seien eine präzise Richtcharakteristik und ein gleichmäßiger Frequenzgang über alle Zuschauerbereiche hinweg. Guter Systementwurf beginne mit dem Verständnis des Raums, betont Lien. Wer die Akustik verstehe, könne das System korrekt auslegen, lange bevor er die Halle überhaupt betrete.
Simulation in EASE und SketchUp
Avonlyd stand von einem frühen Projektstadium an mit KV2 Audio in Kontakt. Gemeinsam mit Leo Tanzil, Technical Support Director bei KV2, wurden die EASE-Modelle verfeinert und die Lautsprecherauslegung optimiert. Lautsprecherpositionen, Verstärkerracks, Kabelführung und Montagedetails seien vollständig digital modelliert worden, um Abdeckung, Delay-Werte und die zu erwartende Sprachverständlichkeit zu überprüfen, berichtet Lien. Die SketchUp-Bibliothek des Herstellers habe es erlaubt, jeden Lautsprecher präzise in das digitale Modell der Halle einzufügen.
Die Vertreter von COWI trafen Avonlyd und KV2 auf der ISE in Barcelona. Die Berater legten dabei besonderen Wert auf Simulationsdaten, Dokumentation und Entwurfsmethodik. Das Treffen habe die Gelegenheit geboten, die EASE-Modelle, die SketchUp-Zeichnungen und die technische Begründung hinter jeder wesentlichen Entwurfsentscheidung vorzustellen, ergänzt Lien.
Neue Stahlkonstruktion um den Videowürfel
Ursprünglich war vorgesehen, das Subwoofer-Cluster in der Hallenmitte über der Eisfläche aufzuhängen. Dort war jedoch bereits ein Videowürfel für Spielstände und Live-Bilder installiert. Auf Basis des EASE-Modells entstand daraufhin eine neue Stahl-Traversenkonstruktion rund um den Würfel, an der acht Subwoofer vom Typ VHD4.18 in ovaler Anordnung hängen. Die Geometrie folgt dem Grundriss der Halle.
Acht Subwoofer vom Typ VHD4.18 hängen an einer neu errichteten Stahl-Traversenkonstruktion rund um den Videowürfel in der Hallenmitte (Bild: KV2 Audio)
Rund um die Eisfläche sind 26 passive Zweiwegesysteme vom Typ ESD12 geflogen, vier an jeder Schmalseite und neun an jeder Längsseite. Die Geometrie der Halle habe sich dabei als Vorteil erwiesen, so Lien. Jede Lautsprecherposition liege verhältnismäßig nah an den Zuschauerrängen, wodurch der Direktschall gegenüber der reflexionsreichen Akustik dominiere. Die kurzen Wurfweiten hätten es erlaubt, die Zuhörer im Direktfeld jedes Lautsprechers zu halten und die kontrollierte Richtcharakteristik voll auszunutzen, ohne übermäßige Schalldruckpegel zu benötigen.
Seit der Installation habe sich die Wiedergabe bei Spielen und beim öffentlichen Eislauf deutlich verbessert, resümiert Lien. Das System sei zudem auf spätere Erweiterungen ausgelegt.
Auf der leat con 26 vom 6.–8. Oktober in Hamburg ist KV2 Audio in Halle A4 an Stand C03 zu finden: Hallenplan