Case Study WIREWORX

AVoIP im KI-Forschungsbau Cyber Valley I der Uni Tübingen

Für den Forschungsneubau Cyber Valley I in Tübingen hat das Stuttgarter Planungsbüro Wireworx die gesamte Medientechnik auf AVoIP ausgelegt. Audio-, Video- und Steuersignale laufen über ein konvergentes IP-Netzwerk, das sich Bandbreite und Verkabelung mit dem Verwaltungsnetz der Universität teilt. Wireworx verantwortete die Fachplanung und die Gewerkekoordination für AV-Medientechnik, Digital Signage, Tafelanlagen und Sondermöblierung.

Helles Atrium des Cyber Valley I in Tübingen mit großformatiger Digital-Signage-Anzeige und angrenzenden verglasten Hörsälen.
Das gebäudehohe Atrium des Cyber Valley I lässt sich mithilfe einer LED-Wand und eines abgestimmten Beschallungskonzepts auch als Veranstaltungsfläche nutzen (Bild: Cyber Valley I, Frank und Steff Photografie.)

In dem Gebäude arbeiten Wissenschaftler des Tübingen AI Center der Universität Tübingen, des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme sowie die Cyber Valley GmbH unter einem Dach. Der fünfgeschossige Bau umfasst rund 13.100 Quadratmeter Bruttogrundfläche und gruppiert sich um ein Atrium, das von einer ETFE-Membran überspannt wird. Bauherr ist das Land Baden-Württemberg, die Architektur stammt von heinlewischer. Übergeben wurde das Gebäude im November 2025.

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Netzwerkarchitektur als eigentliche Aufgabe

Klassische Punkt-zu-Punkt-Signalwege entfallen bei diesem Ansatz weitgehend, Quellen und Senken sind gebäudeweit routbar. Die Herausforderung lag nach Angaben des Planungsbüros weniger in der Medientechnik als in der Netzwerkarchitektur.

Gemeinsam mit der zentralen IT-Abteilung der Universität entwickelte Wireworx ein Konzept, das die Anforderungen einer latenzarmen AVoIP-Übertragung mit den Sicherheits- und Betriebsstandards eines universitären Verwaltungsnetzes zusammenbringt. Die Medientechnik läuft damit nicht auf einer isolierten Insellösung, sondern in einer Infrastruktur, die von der Hochschul-IT dauerhaft betreut wird.

Ein Gebäude, in dem an Künstlicher Intelligenz geforscht werde, müsse auch medientechnisch konsequent digital gedacht sein, erläutert Johannes Sprondel, Projektverantwortlicher und Geschäftsführer von Wireworx. Ein großer Teil der Planungsarbeit habe darin gelegen, AVoIP so in die bestehende IT-Landschaft einzubetten, dass es dort langfristig funktioniere und von den hauseigenen IT-Technikern betrieben werden könne.

LED-Wand im Atrium, Faltwände zu den Hörsälen

Das gebäudehohe Atrium lässt sich über eine LED-Wand im Sonderformat und ein darauf abgestimmtes Beschallungskonzept bei Bedarf zur Veranstaltungsfläche umnutzen. Die angrenzenden Hörsäle sind mit freistehenden LED-Wänden ausgestattet und lassen sich über transparente Faltwände zum Foyer öffnen. Bei Veranstaltungen im Atrium dienen sie dann als Tribüne für zusätzliches Publikum.

Kameras und die latenzarme Signalübertragung ermöglichen Live-Übertragungen in Sendequalität aus dem Foyer in sämtliche Räume. Ein integriertes Digital-Signage-System bespielt sowohl die LED-Wand im Foyer als auch alle digitalen Türschilder mit Bildinhalten, Wochenstundenplänen und Raumbuchungsanzeigen.

Hörsaal im Cyber Valley I mit gestaffelten Sitzreihen, großer LED-Wand an der Stirnseite und an den Wänden montierten Lautsprechern
Die Hörsäle im Cyber Valley I sind mit freistehenden LED-Wänden ausgestattet und lassen sich über transparente Faltwände zum Foyer öffnen (Bild: Cyber Valley I, Frank und Steff Photografie )

Die Tafelanlagen in den Hörsälen lassen sich motorisch in die Abhangdecken verfahren, um den Blick ins Foyer freizugeben. Die Anordnung der Frontwandelemente aus Tafel und Bildfläche wurde für jeden Raum in Dreiseitenansichten entlang der Sichtachsen des Publikums entwickelt. Neben mehreren hybriden Besprechungs- und Seminarräumen verfügt das Gebäude über einen Multifunktionsraum, der sich als Seminarraum oder als hybrider Konferenzraum mit Diskussionsanlage nutzen lässt.

Induktionsschleifen nach Akustiksimulation

Vier Bereiche wurden mit Sprachbeschallungsanlagen und Induktionsschleifen ausgestattet: die beiden Hörsäle im Erdgeschoss, der Foyerbereich sowie der Hörsaal beziehungsweise Konferenzraum im vierten Obergeschoss. Die Lautsprecherbestückung legte Wireworx mittels Akustiksimulationen aus, simuliert wurden unter anderem Sprachübertragungsindex und Schalldruckpegelverteilung. Ziel war eine gute Sprachverständlichkeit an allen Sitzplätzen im Sinne der DIN 18041.

Ein wesentlicher Teil der Leistung lag in der Schnittstellenarbeit. Die gesamte für die Medientechnik erforderliche Strom- und Netzwerkverkabelung führte das Gewerk Elektrotechnik aus, Wireworx definierte dafür die Vorgaben. Hinzu kam die Planung von Sondermöblierung, Dozententischen und Medienschränken für die LED-Wände.

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