Zwei Tage über KI, die Eventbranche und die Zukunft der Live-Kommunikation
von Redaktion,
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeit von Event Professionals? Welche Fähigkeiten werden künftig entscheidend? Was passiert mit Kreativität, Geschäftsmodellen und Markenerlebnissen – und wie können Events selbst in einer von KI geprägten Welt relevant bleiben? Genau diese Fragen stehen ab morgen beim neo summit 26 in Hamburg im Mittelpunkt.
Der neo summit 26 versammelt Event Professionals, um über die Auswirkungen von KI auf Events zu diskutieren. (Bild: leat)
Am 6. und 7. Oktober 2026 bringt der neo summit 26 im Rahmen der leat con 26 Event Professionals, Strateg:innen, Kreative, Technologie-Expert:innen und Entscheider:innen zusammen. Zwei Tage lang geht es nicht um KI als Selbstzweck, sondern um ihre konkreten Auswirkungen auf Live-Kommunikation, Eventarbeit, Organisationen und die Rolle des Menschen.
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Von KI-Strategie bis Human Value
Das Programm des neo summit 26 ist entlang von fünf zentralen Perspektiven aufgebaut: KI-Strategie, Wirkung & ROI, Mensch & Begegnung, Rollen & Kompetenzen sowie Experience Technology.
Dabei reicht die Bandbreite von konkreten KI-Workflows bis zu den grundsätzlichen Fragen, die sich für die Branche stellen.
Dirk von Gehlen, Direktor des SZ-Instituts, eröffnet eine menschliche Perspektive auf die KI-Debatte: In „Von der KI-Kränkung zur Event-Idee“ geht es darum, was Maschinen uns über Zuhören, Erleben und menschlichen Austausch lehren können.
Dr. Martina Neunecker vom GCB beschäftigt sich mit der anderen Seite der digitalen Sichtbarkeit: „Ohne Daten keine Sichtbarkeit“ zeigt, warum strukturierte Daten zur Grundlage für KI-Marketing und die Auffindbarkeit von Business Events werden.
Und Jonathan T. Mall geht noch einen Schritt weiter: „Wen empfiehlt ChatGPT für mein Event?“ beschäftigt sich mit AI Search, digitalen Zwillingen und der Frage, wie Unternehmen in den Antworten generativer Suchsysteme sichtbar werden.
Was passiert mit der Eventarbeit?
Viele Sessions richten den Blick darauf, wie sich konkrete Arbeitsprozesse verändern.
Hannes Schwarm zeigt in „Agentic AI in Corporate-Event-Abteilungen: Vom Chatfenster zum KI-Kollegen“, warum der nächste Entwicklungsschritt nicht unbedingt bessere Prompts, sondern eigenständig arbeitende KI-Agenten sein könnten.
Marcel Jansen von DKM nimmt in „Erst investieren, dann ernten“ die Realität hinter KI-Tools im Eventmanagement unter die Lupe: Welche Investitionen sind nötig, bevor sich Effizienzgewinne tatsächlich bemerkbar machen?
Und Eligio Maffezzoni legt in „Idee, Bild, Video – Generative KI im Agentur-Alltag“ einen kompletten Produktionsworkflow offen – von der Idee über Prompts und Tools bis zum fertigen Bewegtbild.
Doch Technologie verändert nicht nur Prozesse. Sie verändert auch Geschäftsmodelle.
Im Panel „Zwischen Effizienz und Einzigartigkeit“ diskutieren Eligio Maffezzoni, Florian Laudon und Melanie Piorek, was passiert, wenn KI bestimmte Leistungen massiv beschleunigt: Wie verändern sich Preise, Jobprofile und Erlösmodelle? Und wie lässt sich verhindern, dass Effizienz am Ende nur zu mehr austauschbarem Mittelmaß führt?
Die vielleicht wichtigste Frage: Was bleibt menschlich?
Ein roter Faden zieht sich durch viele Beiträge: KI macht menschliche Kompetenzen nicht automatisch weniger relevant – sie verändert ihren Wert.
„Das Event-Skillset von morgen“ mit Astrid Pieper, Jan Filipzik und Kevin Arenja fragt deshalb, welche Fähigkeiten Event Professionals künftig brauchen. Strategie, Kreativität, Bewertung und Führung gewinnen an Bedeutung, wenn Maschinen immer mehr operative Aufgaben übernehmen.
Sabine Mayer von treibhaus geht in „Creative Thinking: human BrAIn power“ der Frage nach, wie wir unser eigenes Denken im KI-Zeitalter trainieren können. Gemeinsam mit Take-Aw.ai wird dabei auch erforscht, wie KI menschliches Sprechdenken und kollektive Erkenntnis unterstützen kann.
Und Natascha Kneissl, Cedric Ebener und Sabine Mayer nehmen sich im Workshop „Wie sichern wir kritisches Denken in Teams?“ genau diese menschliche Urteilskraft vor.
Besonders unmittelbar wird die Frage im Panel „Wenn die KI mit im Panel sitzt“: Petra Lammers, Alexandra Tamayo, Björn Sänger und Benny Ge diskutieren gemeinsam mit dem KI-Charakter Claire über Verantwortung, Macht, Accountability und Critical Thinking.
Nicht nur über Technologie sprechen – Technologie erleben
Der neo summit 26 bleibt dabei nicht auf der strategischen Ebene.
Alexander Pröll und Rebekka Gingell beschäftigen sich mit „Humanoid Robots & Faces“ und der Frage, warum menschenähnliche Roboter faszinieren oder irritieren – und was das für zukünftige Experiences bedeutet.
Thies Jordan zeigt in „Realtime Content – Wenn das Event selbst zum Content wird“, wie Inhalte während einer laufenden Veranstaltung auf Publikum, Daten und das Geschehen im Raum reagieren können.
Und Stephanie Kubik und Kevin Seiwert stellen gleich zwei zentrale Fragen: Wie wird Venue Sourcing von einer operativen zu einer strategischen Disziplin? Und warum werden menschliche Begegnungen im KI-Zeitalter möglicherweise sogar wertvoller? Ihr zweiter Beitrag trägt deshalb konsequent den Titel „Human Value First in the Age of AI“.
Wer entscheidet, was sichtbar wird?
Zum Zukunftsbild gehört auch die Frage nach Verantwortung.
Im Panel „AI Is Shaping Events – But Who Is Shaping AI?“ diskutieren Eva Gengler, Svenja Lassen und Thomas Szabo, wie Bias in KI-Systemen Programmqualität, Sichtbarkeit und Teilhabe beeinflussen kann.
Frederik Merkel und Georg Winkel widmen sich der digitalen Barrierefreiheit und fragen, wie KI helfen kann, Events zugänglicher zu gestalten – und wie barrierefrei KI selbst eigentlich ist.
Und im Ask me Anything zu KI und Datenschutz beantworten Marco Pompili und Max-Julian Wiedemann konkrete Fragen rund um Datenschutz, rechtliche Verantwortung und den sicheren Einsatz von KI. Eigene Fragen können noch vorab an redaktion@event-partner.de geschickt werden.
Vom Content-Overload zum Erkenntnismoment
Eine weitere Perspektive bringt Rönke von der Heide, Holger Volland und Katharina Krentz mit: In „Die Content-Falle“ geht es um die Frage, warum Events nicht einfach immer mehr Wissen produzieren sollten.
Stattdessen steht eine andere Frage im Raum:
Was weiß eigentlich das Publikum?
Wenn das Wissen der Menschen im Raum sichtbar und nutzbar wird, können Events zu Orten kollektiver Erkenntnis werden. Die Autorität wandert dabei ein Stück von der Bühne ins Publikum.
Auch Vera Viehöfer und Sebastian Schurz stellen die Rolle von Event-Content neu zur Diskussion. Ihre These: Events können originäres Wissen erzeugen, das weit über den Veranstaltungstag hinaus relevant bleibt – und damit sogar für GEO und AI Search interessant werden.
Nicht nur Sichtbarkeit für das Event. Sondern Sichtbarkeit durch das Event.
Und natürlich: ausprobieren, diskutieren, mitmachen
Neben Keynotes, Panels und Talks bietet der neo summit 26 zahlreiche Workshops und interaktive Formate. Darunter etwa der KI Kick-off mit Ralf Neugebauer und Henning Harfst, „AI Competency for Executives“ mit Sia Ghassemi, der Social-Media-Werkzeugkasten von Paula Wötzel und Mila Eberhard, „Baut euer AI-Team“ mit Moritz von Graevenitz.
Auch Chris Cuhls zeigt mit der Event Canvas Methodik, wie KI von austauschbaren Ergebnissen zu einer echten Konzeptionshilfe werden kann.
Damit ist der neo summit 26 bewusst kein Format zum reinen Zuhören. Die Teilnehmenden sollen ausprobieren, hinterfragen, diskutieren und konkrete Ansätze für den eigenen Arbeitsalltag mitnehmen.
Zwei Tage, eine zentrale Frage
Was die Sessions verbindet, ist letztlich eine Frage: Wenn KI immer mehr kann – was machen wir daraus?
Der neo summit 26 will darauf keine fertige Antwort liefern. Stattdessen bringt er unterschiedliche Perspektiven zusammen: von KI-Strategie und Agentic AI über AI Search und Daten bis zu Kreativität, kritischem Denken, Leadership, Experience und der Zukunft menschlicher Begegnung.
Morgen geht es los.
Der neo summit 26 findet am 6. und 7. Oktober 2026 in Halle A2 der Hamburg Messe statt. Start ist an beiden Tagen um 10:30 Uhr.
Die Neo Stage ist öffentlich zugänglich. Für die Workshops ist der neo conference pass nötig.
Das vollständige Programm und die Möglichkeit, noch ein Ticket zu sichern, gibt es hier: