Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände auf Messen sinkt

Auslandsmesseförderung 2026: Immer weniger German Pavilions weltweit

Im neuen Jahr unterstützt das Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums deutsche Unternehmen mit 236 Gemeinschaftsbeteiligungen auf Messen in über 50 Ländern. Für die Unterstützung von deutschen Unternehmen auf ihren ersten Auslandsmessen sind 44 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingestellt. Das ist zwar ein knappes Prozent mehr als im Vorjahr, die Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände, der German Pavilions, ist jedoch um zehn Prozent gesunken. Die Kosten von Auslandsmessebeteiligungen sind seit Jahren gestiegen, zuletzt um bis zu 40 Prozent. Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA koordiniert das Programm für die ausstellende deutsche Wirtschaft und warnt vor einem weiteren schleichenden Abbau dieses zentralen Exportförderinstrumentes.

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Mit der Consumer Electronics Show CES in Las Vegas (6.-9. Januar) begann für die deutsche Wirtschaft das Auslandsmessejahr 2026. (Bild: Angela Mans/VDA)

Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Das Auslandsmesseprogramm ist das starke Instrument für den deutschen Mittelstand, um in diesen fragilen Zeiten neue Absatz- und Beschaffungsmärkte zu erschließen. Der Deutsche Bundestag muss deutlich mehr Mittel zur Verfügung stellen, um deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu stärken. Wir fordern eine Erhöhung des Budgets um fünf Millionen auf mindestens 49 Millionen Euro, um die hohe Qualität und starke Quantität halten zu können. 20 deutsche Gemeinschaftsstände weniger auf den Messen weltweit bedeuten hundertfach weniger Exportchancen für den deutschen Mittelstand.“

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Die wichtigste Weltregion der staatlichen Förderung 2026 bleibt Süd-Ost-Zentralasien mit rund 95 Beteiligungen. In Nordamerika sind 34 Beteiligungen vorgesehen, gefolgt vom Nahen und Mittleren Osten mit 33 German Pavilions. Die fünf wichtigsten Länder der Förderung sind die USA (32 Beteiligungen), China (27), die Vereinigten Arabischen Emirate (23), Indien (20) sowie Saudi-Arabien und Singapur (je 10).

Bei den im AMP geförderten Messen trägt der Bund rund 50 Prozent der direkten Messekosten, alle weiteren Kosten das ausstellende Unternehmen. Studien würden belegen, dass die Beteiligung an Auslandsmessen den Export der deutschen Wirtschaft enorm ankurbelt, was wiederum Sicherung für Produktion, Arbeitsplätze und Steuern hierzulande bedeute, so der AUMA. In Zahlen: 1 Steuer-Euro Investition ermögliche rund 216 Euro Wertschöpfung.

Jährlich nehmen bis zu 5.000 deutsche Unternehmen die Förderung des Bundes in Anspruch. Seit Start des Programms 1949 sind derart mehr als 215.000 kleine und mittelständische Unternehmen des deutschen Mittelstands auf Auslandsmessen gewesen.

Der AUMA-Arbeitskreis Auslandsmessebeteiligungen schlägt dem Bundeswirtschaftsministerium jährlich Messen für das AMP vor. Der Arbeitskreis besteht aus Vertreter:innen der exportorientierten deutschen Fachverbände, der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), des Auswärtigen Amtes und der Bundesländer.

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