Lichttechnik bei Live-Konzerten

X4 Atom von GLP formen Matrix auf Konzerten von Izïa

Izïa Higelin ist die Rockstar-Tochter der 70er-Jahre-Popsängers Jacques Higelin und besser bekannt unter ihrem schlichten Künstlernamen Izïa. Die im Senegal geborene Schauspielerin und Musikerin absolvierte kürzlich eine 24 Termine umfassende Frankreich-Tournee, um ihr neues Album „Citadelle“ zu promoten. Die Lichttechnik dafür kam von GLP.

(Bild: Ralph Larmann)

Und es bedurfte eines kreativen Einsatzes einer großen Zahl von GLP X4 Atom, die es Lichtdesigner Jordan Magnée mit ihrem Formfaktor erlaubten, einen einfallsreichen Backdrop zu schaffen.

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Das Ergebnis war eine kippbare Matrix aus 96 X4 Atom (von insgesamt 124 Stück im Design); jeder einzelne mit einer 30W RGBW-LED-Quelle ausgestattet, die die Szenerie zum Leben zu erwecken soltlte.

Diese X4 Atom wurden auf einer von der S Group hergestellten Konstruktion montiert. Die S Group lieferte auch die Scheinwerfer, die sie speziell für diese Tournee gekauft hatte. Die X4 Atom sollten ihre Vielseitigkeit mit Hilfe ihres Zoom-Verhältnisses von 9:1 unter Beweis stellen – von breiten 34° Washes bis hin zu engen 3,5° Beams –, was eine andauernde Variation von sich verengenden oder erweiternden Mid-Air-Beams ermöglichte.

Die Tournee war insofern außergewöhnlich, als dass sie während einer Zeit stattfand, in der das Gespenst von Covid-19 bereits über ihr schwebte – und „Ansammlungen von Personen“ in Frankreich auf maximal 1.000 begrenzt waren.

(Bild: Ralph Larmann)

Dies führte zwar zur Absage des Pariser Olympia-Konzerts mit 2.000 Zuschauern, doch Izïa entschied sich, zwei Konzerte am selben Abend im La Vapeur in Dijon mit 1.200 Zuschauern zu spielen, wobei für das erste Konzert 500 Zuschauer und nach einem schnellen Wechsel weitere 700 für die 21-Uhr-Show zugelassen wurden.

Jordan Magnée arbeitete erstmalig mit Izïa zusammen. Als erfahrener Lichtdesigner, der zudem über einen Architektur-Hintergrund verfügt, hatte er die besten Voraussetzungen, um einen originellen Ansatz zur Gestaltung verschiedener Formen zu finden.

„Ganz im Geiste des neuen Albums wollte Izïa ihr Team für diese Tournee von Grund auf neu zusammenstellen, einschließlich der meisten ihrer Musiker“, erläutert Jordan. „Auch die Produktionsleitung änderte sich, und da diese mich bereits kannte, kam die Verbindung zu dieser Tournee zustande.“

Jordan entschied sich auf Empfehlung eines anderen LD für GLPs X4 Atom. „Ich suchte nach einem Scheinwerfer, der kompakt genug war, um in die Rahmenkonstruktion integriert zu werden, mit einem hohen Output, sodass er mit dem Rest der Beleuchtung konkurrieren und diese auch durchdringen konnte. Ich testete die Atom im ‚Le Studio‘ der S Group, und die Qualität des Beams und der Zoombereich gefielen mir sofort.“

„Eigentlich wollte ich einen sehr geradlinigen ‚back to the roots‘ Rock’n’Roll-Look erreichen, bei dem das Publikum kein bewegtes Licht wahrnehmen kann, was so ziemlich das Gegenteil dessen ist, was heutzutage angesagt ist. Bei Izïa hatten wir es entweder mit einem perfekt deckenden Wash von oben zu tun oder mit einem Wald von fast vertikalen Beams, wie aus altmodischen Par-Kannen. Wir betonen dies sogar noch, indem wir während der ersten drei Nummern nur Warmweiß verwenden und erst danach Farbe ins Set bringen, als nette Überraschung.“

(Bild: Ralph Larmann)

Das Bühnenbild sei auf Skalierbarkeit ausgelegt gewesen, sagt Jordan. „Bei den größten Auftritten konnte die Matrix erweitert werden, und in Venues, in denen die Bühnendecke nicht hoch genug war, ließ sie sich horizontal ausrichten: Die rechteckigen Rahmen aus acht Atom wurden dann 60 cm über dem Boden installiert. Natürlich ist diese Version aus der Perspektive des Publikums eher ‚in your face‘, aber zumindest konnten wir immer noch die Pixeleffekte und den Vorteil der beeindruckenden Zoom-Ratio der Atom nutzen.“

Jordan Magnée wurde vom versierten Operator Etienne Gennatas unterstützt, der schon lange mit dem LD zusammenarbeitet. Jeder X4 Atom wurde im 9-Kanal-Vollmodus, mit RGBW-Farbmischkontrolle sowie Zoom und Dimmer/Strobe programmiert.

Magnée: „Ich benutze die Resolume-Software, um die DMX-Daten zurück an das Pult zu senden, damit die Matrix (mit einem Pitch von 50 cm) direkt auf den Content reagiert, den ich speziell für diese Show erstellt habe. Etienne konnte jederzeit auch im Pult gespeicherte Features – hauptsächlich Farben, Zoom und Helligkeit – als zusätzliche Ebenen zusammenführen.“

Die S Group sei unverzichtbar gewesen, als es um einen schnellen Auf- und Abbau der Matrix ging. „Wir mussten herausfinden, wie wir sie jedes Mal zügig auf- und abbauen konnten, wobei die Möglichkeit der zwei Konfigurationen erhalten bleiben musste.“

(Bild: Ralph Larmann)

Das S-Group-Team hielt die Verwendung von senkrechten 290-mm-Traversen für die richtige Art des Aufbaus, da die Höhe der X4 Atom genau in diese Art von Rahmen passen und gleichzeitig den notwendigen Platz für die Integration der externen Netzteile bieten sollte. Die Verwendung von Standard-Traversenelemente ermöglichte es, das Grid mit einer minimalen Anzahl von spezifischen Teilen innerhalb eines knappen Budgets zu konstruieren.

Für die X4 Atom, die oft auch in Festinstallationen zu finden sind, sei dies laut Aussage des Herstellers durchaus ein kreativer Einsatz. Um ein Beispiel dafür zu geben, nennt der französische GLP-Chef, Bruno P. Souchaud, 178 X4 Atom, die in einem speziellen RAL-Weiß hergestellt und vor einigen Jahren für eine feste Ausstellung von Pierre Cardin verkauft wurden.

In Dijon, dem letzten Termin der Tournee, bevor die französische Regierung öffentliche Versammlungen gänzlich verbot und die Tour bis Oktober ausgesetzt wurde, hing die Matrix niedrig (in 3,80 m Höhe) im hinteren Bühnenbereich und einen Meter weiter vorne. Sie bestand aus 96 X4 Atom, die über der Bühne in zwei Reihen von jeweils sechs Rechtecken verteilt und in vorverkabelten, vertikalen Trussleitern zusammengesetzt waren, was den Auf- und Abbau zusätzlich erleichterte.

Upstage befanden sich außerdem zwei Pipes, die an einer Querverstrebung jeweils vier X4 atom aufnahmen. Die restlichen zwölf Atom befanden sich unterhalb zweier Stufen des Drumrisers, die durch angepasste Rundöffnungen horizontal auf die vorderen Reihen des Publikums ausgerichtet waren.

Abschließend sagt Jordan Magnée, dass er von der durch die X4-Atom-Matrix erzeugten Dynamik und der Zuverlässigkeit der Geräte begeistert sei. „Als Kernstück des gesamten Bühnenkonzepts waren sie unglaublich zuverlässig, und bei einem Dutzend Auftritten während der Tournee hatten wir keinerlei Probleme.“

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