Kritik an Alleingang

Forum Veranstaltungswirtschaft distanziert sich von Bundeskonferenz für die Veranstaltungswirtschaft

Die Verbände des Forum Veranstaltungswirtschaft kritisieren die aktuelle Planung einer Bundeskonferenz für die Veranstaltungswirtschaft durch den FAMAB. Man betrachte das Projekt des Dienstleisterverbandes nicht nur mit Skepsis, sondern sei besorgt, dass der unkoordinierte Alleingang der Branche schaden könnte.

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Der Initiator FAMAB Kommunikationsverband e.V., ein Fachverband für Messebauunternehmen, Marketing-/Eventagenturen, Messearchitekten und -designagenturen, Eventcatering-Unternehmen sowie jeweils deren Zulieferer, wolle mit der Bundeskonferenz für die Veranstaltungswirtschaft das Ziel verfolgen, für die Veranstaltungsbranche ein „neutrales, organisationsübergreifendes“ Format zu schaffen. Nicht noch einmal solle sie „die abgehängte Branche“ und der „vergessene Wirtschaftszweig“ sein, warnt der FAMAB in einer Pressemitteilung vom 6. beziehungsweise 18. Mai 2021.

Wesentliche Voraussetzung für die Veranstaltung eines „Bundeskongresses“ einer so vielschichtigen Branche sei es, laut Forum Veranstaltungswirtschaft, dass die Initiatoren als Träger des Kongresses glaubwürdig sind und tatsächlich für die Gesamtbranche stehen. Ohne die Einbindung maßgeblicher Bereiche des Wirtschaftszweigs könne das nicht gelingen.

In einer Meldung heißt es, das Forum Veranstaltungswirtschaft betrachte das Projekt des Dienstleisterverbandes daher nicht nur mit Skepsis, sondern sei besorgt, dass der unkoordinierte Alleingang der Branche schaden könnte. Die Verbände würden ihre Branche weder für „abgehängt“ noch für „vergessen“ halten. Auch vor Beginn der Pandemie seien sie seit Jahrzehnten in politische Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen und seien von der Politik auf Bundes- und Landesebene aber auch von der EU-Kommission gehört worden. „Durch den Zusammenschluss von nunmehr sechs großen Branchenverbänden im Forum Veranstaltungswirtschaft haben wir die Effizienz unserer Lobbyarbeit nochmals gesteigert. Das werden wir in den nächsten Monaten gemeinsam fortführen. Die angebotene Zusammenarbeit in diesem Rahmen lehnt der FAMAB jedoch ab“, sagt Timo Feuerbach, Geschäftsführer des EVVC.

„Wir haben in den vergangenen Monaten umfangreiche Hilfsmaßnahmen angestoßen und an deren Umsetzung mitgearbeitet. Ohne unseren Einsatz hätte es beispielsweise die Sonderregelung für die Veranstaltungsbranche in den Überbrückungshilfen, wesentliche branchenrelevante Förderungen durch die November-/Dezemberhilfe, den aktuellen Sonderfonds für die Kulturveranstalter, den es demnächst auch für Messen und Kongresse geben soll, sowie die Verlängerung der Regelungen des Kurzarbeitergeldes nicht gegeben“, ergänzt Linda Residovic, Geschäftsführerin des VPLT.

„Es ist daher völlig unverständlich, dass ein Verband jetzt versucht, sich im Alleingang und ohne jegliche vorherige Abstimmung mit den Verbänden unseres Forums zum Sprachrohr für den gesamten Wirtschaftszweig zu gerieren“, sagt Jens Michow, Präsident des BDKV. „Vor allem entspricht ein Branchenkongress, dessen Planung gerade mal vier Monate im Voraus gestartet wird, nicht dem Anspruch zielgerichteter Interessenvertretung und wird den Unternehmen und Menschen der so vielfältigen Branche nicht gerecht“, sagt Karsten Schölermann, Sprecher Arbeitskreis Politik bei der LiveKomm. „Dies umso mehr, wenn er in eine Zeit fällt, in der die politischen Parteien vornehmlich mit der Regierungsbildung beschäftigt sein werden.“

Die Bundeskonferenz für die Veranstaltungswirtschaft soll eine „organisationsübergreifende breite Plattform“ bieten, „in der die Branche in einem Teilhabeprozess ihre gemeinsamen Interessen bündelt und gemeinsame politische Forderungen formuliert“. Die Auftaktveranstaltung soll bereits am 22. Juni, der Kongress im Oktober dieses Jahres stattfinden. Dazu will sich der FAMAB unter dem neuen Namen „fwd“ (Kürzel für Forward/Vorwärts) „neu erfinden“, damit „die Kollegen in der Branche da angesprochen werden, wo sie stehen. Und nicht dort, wo sie laut gesetzter Verbandssatzungen stehen sollten.“

Weiter heißt es seitens des Forum Veranstaltungswirtschaft, es werde suggeriert, dass durch die Einbindung bisher nicht organisierter Unternehmen und Personen sowie der Formulierung von Forderungen im Zuge einer Konferenz die kontinuierliche und oft mühsame inhaltliche Auseinandersetzung mit der Politik ersetzt und Einzelinteressen durchgesetzt werden können. Gerade die Corona-Pandemie habe jedoch gezeigt, wie wichtig die vertrauensvolle und nachhaltige Sacharbeit über die reine Kommunikation hinaus für die Branche ist.

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