„Planetarium der Musik“

Tonhalle Düsseldorf modernisiert elektroakustische Infrastruktur

Die Tonhalle Düsseldorf, eine der markantesten Konzertstätten Deutschlands, hat ihre elektroakustische Infrastruktur erneuert. Ziel des Projekts war es, die besonderen architektonischen Eigenschaften des historischen Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig eine flexible Akustik für unterschiedlichste Veranstaltungsformate zu schaffen. Das Gebäude am Rheinufer wurde 1926 ursprünglich als Planetarium errichtet und ist heute Heimstätte der Düsseldorfer Symphoniker. Die ikonische blaue Kuppel, heute mit LED-Technik und einem aufwendigen Lichtkonzept ausgestattet, erinnert weiterhin an den ursprünglichen Zweck und hat der Tonhalle den Beinamen „Planetarium der Musik“ eingebracht.

Saal der Tonhalle mit blauer Kuppel über Auditorium(Bild: Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner)

Bereits 2005 wurde ein elektronisches Nachhallsystem installiert, um die Akustik für verschiedene Konzertformate zu optimieren. Mit der Zeit kam es jedoch zu technischen Einschränkungen, sodass eine Modernisierung als notwendig erachtet wurde. Nach umfangreichen Hörtests überzeugte das System von Amadeus Acoustics die beteiligten Planer.

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Die akustische Planung lag bei Peutz Consult, deren Team bereits am ursprünglichen System beteiligt war. Parallel überarbeitete Jürgen Meyer von Kottke Bühnenplanung GmbH die bestehende elektroakustische Infrastruktur und entwickelte die technischen Spezifikationen für die Ausschreibung. Nach einem Auswahlverfahren erhielt Thomann GmbH den Auftrag zur Umsetzung mit Amadeus Acoustics als Systemlieferant.

Eine besondere Herausforderung stellte die Architektur der Tonhalle dar: Kuppel und geschwungene Seitenwände führen zu komplexen Schallreflexionen. Ziel war es daher, frühe Reflexionen gezielt zu kontrollieren und gleichzeitig den charakteristischen Klang des Saals zu erhalten.

Zum Einsatz kommt nun die Plattform ART von Amadeus Acoustics mit der Hardware ART:Hub2 und dem Modul ART::AP (Active Acoustics Performance). Das System ermöglicht aktive Raumakustik, immersive Mehrkanal-Anwendungen sowie Voice-Lift zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit. Gleichzeitig wurde ein Großteil der vorhandenen Infrastruktur weiter genutzt, darunter 64 Mikrofone und 96 Lautsprecher. Neue Endstufen und Mikrofonvorverstärker ergänzen das System.

Für unterschiedliche Nutzungen stehen spezielle Presets zur Verfügung, darunter Einstellungen für Proben, Orchesterkonzerte, Chorprogramme, sakrale Musik sowie immersive 3D-Audio-Anwendungen ohne aktive Akustik.

Nach Angaben der Projektbeteiligten stellt das neue System eine deutliche Verbesserung gegenüber der vorherigen Installation dar. Mit der Modernisierung verfüge die Tonhalle Düsseldorf nun über eine flexible und präzise Akustik, die sowohl klassischen Sinfoniekonzerten als auch Jazz-, Pop- und weiteren Veranstaltungsformaten gerecht werde. Musiker und Publikum profitieren dem Vernehmen nach gleichermaßen von größerer Klangklarheit, räumlicher Tiefe und verbesserten Hörbedingungen.

Tonhalle von außen im Abendlicht
Das Gebäude am Rheinufer wurde 1926 ursprünglich als Planetarium errichtet und ist heute Heimstätte der Düsseldorfer Symphoniker. (Bild: Anne Schaefer)

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