Zellulares Intercom

Clear-Com FreeSpeak Cell integriert LTE- und 5G-Infrastruktur

Clear-Com stellt mit Clear-Com FreeSpeak Cell ein neues, zellulares Intercom-System vor, das auf LTE- und 5G-Infrastruktur basiert und sich gezielt an großflächige, verteilte Produktionsumgebungen richtet. Das System wurde erstmals auf der NAB 2026 präsentiert und markiere für Clear-Com einen technologischen Richtungswechsel seiner drahtloser Kommunikationslösungen für die Event- und Broadcastbranche.

Intercom-Display

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Im Zentrum steht die Nutzung bestehender Mobilfunknetze anstelle klassischer Funkfrequenzen. FreeSpeak Cell ermögliche eine vollduplexfähige Kommunikation über öffentliche und private LTE- sowie 5G-Netze und adressiere damit ein zentrales Problem der Branche: die zunehmende Überlastung von UHF-, DECT- und WLAN-Frequenzbereichen, insbesondere bei großen Produktionen und in dicht belegten Eventlocations. Durch den Verzicht auf klassische RF-Koordination können Kommunikationssysteme deutlich flexibler und skalierbarer eingesetzt werden.

Ein wesentlicher Vorteil liege in der Reichweite und Skalierbarkeit. Während herkömmliche Intercom-Systeme durch lokale Funkabdeckung begrenzt sind, erlaube FreeSpeak Cell die Kommunikation über deutlich größere geografische Flächen hinweg. Das System unterstützt Setups mit über 100 Beltpacks und kann – abhängig von der Netzwerkkonfiguration – auf mehrere hundert Nutzer erweitert werden. Damit eignet es sich insbesondere für große Veranstaltungsareale, Campus-Produktionen oder verteilte Setups mit mehreren Standorten.

Zu den zentralen Features gehören:

  • Betrieb über LTE- und 5G-Netze (öffentlich und privat)
  • Unterstützung von CBRS Private LTE (Band 48) in den USA
  • Dual-SIM-Funktion (physische SIM und eSIM)
  • Unterstützung globaler Frequenzbänder von 700–900 MHz und 1700–4200 MHz

Die Dual-SIM-Architektur ermögliche flexible Einsatzszenarien: Nutzer können zwischen privaten Netzwerken, öffentlichen Mobilfunkanbietern oder hybriden Setups wählen. Das erhöht die Ausfallsicherheit und erlaubt eine anpassbare Netzstrategie je nach Produktionsanforderung.

Im Unterschied zu DECT- oder UHF-basierten Systemen benötigt FreeSpeak Cell keine lokalen Transceiver-Infrastrukturen vor Ort. Stattdessen greift das System auf vorhandene Mobilfunknetze zurück. In Venues mit privatem LTE- oder 5G-Netz kann direkt darauf aufgebaut werden, alternativ lassen sich öffentliche Netze nutzen, sofern entsprechende Abdeckung und Netzrichtlinien gegeben sind. Dieser Ansatz reduziert den Bedarf an temporärer Technik, Verkabelung und Frequenzkoordination erheblich und vereinfacht die Planung großer Produktionen.

Darüber hinaus unterstützt das System neben Sprachkommunikation auch parallele Workflows im selben Netzwerk, etwa Datenanwendungen oder Videoübertragungen, abhängig von Bandbreite und Netzkonfiguration. Dies eröffnet zusätzliche Integrationsmöglichkeiten in moderne, IP-basierte Produktionsumgebungen.

FreeSpeak Cell ist Teil des bestehenden FreeSpeak-Portfolios und ergänzt dieses um eine Lösung für großflächige und verteilte Anwendungen. Während FreeSpeak II weiterhin für lokal begrenzte Produktionen optimiert ist, adressiert die neue Plattform gezielt Szenarien mit hoher Nutzerdichte und erweiterten Reichweitenanforderungen.

In Bezug auf die Systemintegration ist FreeSpeak Cell aktuell mit der Eclipse HX Digital-Matrix kompatibel. Eine Anbindung an die Arcadia Central Station ist wenige Monate nach Marktstart geplant. Zudem soll im Laufe des Jahres eine Integration in die cloudbasierte Plattform Gen-IC folgen.

Marktstart zunächst in den USA

Der Marktstart erfolgt zunächst in den USA: FreeSpeak Cell soll dort im Frühjahr 2026 ausgeliefert werden. Weitere regulatorische Zulassungen für internationale Märkte werden im Laufe des Jahres erwartet, bevor das System auch in anderen Regionen verfügbar werde. Damit trage Clear-Com auch den unterschiedlichen Frequenzregulierungen und Zertifizierungsanforderungen weltweit Rechnung.

Mit FreeSpeak Cell reagiere Clear-Com auf zentrale Entwicklungen im Markt, darunter die zunehmende Frequenzknappheit, regulatorische Veränderungen im UHF-Bereich sowie den Ausbau privater LTE- und 5G-Netze, insbesondere in den USA und Europa. Das System positioniert sich als zukunftsorientierte Alternative zu klassischen Funklösungen und könnte insbesondere bei groß angelegten Live-Produktionen neue Maßstäbe in Reichweite, Skalierbarkeit und Flexibilität setzen.

Auf der LEaT con 26 vom 6.–8. Oktober in Hamburg ist Vertriebspartner Audio-Technica in Halle A1 an Stand C11 vertreten.

www.audio-technica.de

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