IW-Studie

Fachkräftemangel: Wo arbeiten die ehemaligen Gastro- und Hotelmitarbeitenden heute?

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt im Hinblick auf den Fachkräftemangel seit der Pandemie, wo ehemalige Kellner:innen oder Hotelfachfrauen und -männer heute arbeiten.

Umfrage-Analyse-Ergebnisse(Bild: Pexels)

216.000 Menschen haben der IW-Studie nach 2020 ihrem Beruf in der Gastronomie, der Hotellerie oder im Tourismus den Rücken gekehrt. Zum Vergleich: Im Jahresschnitt waren in der Branche rund 788.600 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

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Die meisten Jobwechsler:innen fingen laut der Studie in Verkaufsberufen neu an, beispielsweise als Kassierer:innen im Supermarkt: Hier wurden rund 34.800 Wechsler:innen aus Gastronomie, Hotels und Tourismus registriert. Ca. 27.200 Menschen traten einen neuen Job im Verkehr- und Logistikbereich an, beispielsweise als Lagerlogistiker:innen oder Paketbot:innen. Im Bereich Unternehmensführung und- organisation fingen 27.100 Menschen neu an, unter anderem in Sekretariaten. Andere Ziele waren die Lebensmittelherstellung, Reinigungsberufe und Erziehung.

Insgesamt seien über die Branchen hinweg weniger Arbeitsverhältnisse beendet worden als vor der Krise. Die IW-Wissenschaftlerinnen schreiben dazu, dass ohne politische Maßnahmen wie Kurzarbeit wahrscheinlich mehr Menschen ihren Job verlassen hätten. Trotzdem würden sich viele Mitarbeitende umorientieren, wenn die wirtschaftlichen Aussichten getrübt sind, neue Lockdowns drohen und nicht klar ist, welche Perspektive die Branche kurzfristig bieten kann.

„Während der Krise dürfte für viele Sicherheit noch wichtiger geworden sein“, vermutet Studienautorin Paula Risius. „Aber auch weichere Faktoren spielen eine größere Rolle, beispielsweise feste Arbeitszeiten, die sich gut mit dem Privatleben verbinden lassen.“

Damit Unternehmen wieder mehr Arbeitskräfte finden können, müssen sie als Arbeitgeber attraktiver werden – also beispielsweise die Vereinbarkeit von Schichtarbeit und Familie verbessern, mit Arbeitszeitkonten für mehr Flexibilität sorgen oder der Organisation von Kita-Betreuung in Randzeiten entgegenkommen. „Allerdings wird sich das Problem des Fachkräftemangels damit nicht komplett lösen lassen“, so Risius’ Einschätzung. „Ohne weitere politische Unterstützung, beispielsweise bei der Förderung von Fachkräftezuwanderung, wird es nicht gehen.“

>> Zur vollständigen Studie geht es hier.

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