Weltpremiere in Bern

Forschungszentrum für Elektroakustik eröffnet

In Wabern bei Bern hat ein Forschungslabor für Elektroakustik eröffnet. Das SE Musiclab soll als Forschungsquelle der Zukunft dienen. 

Jürgen Strauss im Kemo Neuhaus(Bild: SE Musiclab)

Das Forschungszentrum für Elektroakustik biete 3D-Audiotechnik Referenzhörbedingungen und könne durch Auralization Haydns Oper wieder hörbar machen. Dadurch werde das SE Musiclab zur weiteren Forschung, Entwicklung, Lehre und Produktion im Bereich von 3D-Audio beitragen, dessen Präsenz in Musik, Film, E-Games und Internet-Audio bereits gegeben sei.

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Eröffnungsevent mit Hörerlebnis

Zur Eröffnung vom Musikforschungslabor hat Initiant Jürgen Strauss, Gründer von „SE-Akustik“, zu einem Hörerlebnis eingeladen: „Für mich ist es wichtig, dass nicht nur die Forschung auf ein nächstes Level gebracht wird, sondern auch, dass jegliche musikbegeisterte Menschen im SE Musiclab ein einmaliges Hörerlebnis geniessen können“. Die Besucher:innen hätten im sogenannten „The Studio“ eine Live-Aufnahme von Saxofon-Klängen hören können, bevor diese dann im „The Lab“ mit dem 3D-Audio-Beschallungssystem wiedergegeben worden seien.

Den Gästen, unter anderem Philippe Richard, Direktor „Eidgenössisches Institut für Metrologie“, sei gezeigt worden, wie die Raumakustik vom Aufnahmeraum und so das Klangbild verändert werden könne und zudem, wie sich Klangbilder durch die sogenannte Nachbearbeitung justieren ließen – ähnlich wie bei der Bildbearbeitung in der Fotografie. „Es ist sehr wenig im Bewusstsein der breiten Bevölkerung verankert, dass auch Musikaufnahmen Kunstwerke sind. Die Gestaltungsspielräume, die Tontechnikern und Tontechnikerinnen sowie Tonmeistern und Tonmeisterinnen zur Verfügung haben, kann man sich analog zu den Möglichkeiten in der Bildbearbeitung vorstellen“, erklärt Jürgen Strauss.

Audio-Forschungslabor soll verlorene Klänge wieder erlebbar machen

Nach der Eröffnung seien nun einige Projekte geplant. Ein Projekt, das auch Jürgen Strauss von Beginn an begleiten werde, sei die Nachbildung des Klangs vom Opernhaus vom Schloss Esterháza. Das heute nicht mehr existente Opernhaus, soll im SE Musiclab wieder Gehör finden. Durch die übrig gebliebenen architektonische Planungsunterlagen vom Opernhaus soll im SE Musiclab das Klangbild der Oper simuliert werden und so zurück in die Welt von Joseph Haydn eingetaucht werden können. Zudem werde auch das One Person Cinema (OPC) in den nächsten Wochen finalisiert. Das OPC ist ein architektonisch gestalteter Ort, der eine intensive Immersion in Bild- und Klangwelten ermöglichen soll. Das OPC realisiere die technischen und ästhetischen Potenziale der heute verfügbaren Bild- und Tonwiedergabe, indem es einen architektonisch gestalteten Raum zum Genuss von Film, Musik und Spielen zur Verfügung stelle.

Das SE Musiclab

Das SE Musiclab soll nicht nur mit seinem Hörerlebnis für Aufsehen sorgen, sondern auch mit seiner physischen Beschaffenheit. Gemeinsam mit der ETH sei die erste robotergefertigte Lehmwand errichtet und ein Studio geschaffen worden, welches Töne in seinen natürlichsten Klängen zulasse. Mit der Qualität der Raumakustik und Beschallung differenziere sich das SE Musiclab von anderen Musikstudios und Forschungslaboren, da durch die akustische Bauart des Abhörraumes, das diffuse Feld so weit als möglich verdrängt werde und der Klang so auf grösserer Fläche vollumfänglich und neutral hörbar werde. Zudem werde im Regieraum vom SE Musiclab das Raumklangerlebnis eines jeden Raumes simuliert – so könne beispielsweise im Studio vom SE Musiclab ein Klang so simuliert werden, wie er im Opernhaus in Zürich zu hören wäre.

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