Nachhaltigkeit habe bei der Generalsanierung des Gasteig Priorität. Deswegen gibt es ein eigens geplantes Re-Use-Konzept. Was nicht wiedergenutzt werden kann, wird versteigert. Und alle dürfen mitbieten.
(Bild: Ralph Buchner / Carola Amschler)
Im Frühjahr 2027 soll Europas größtes Kulturzentrum zur Baustelle werden. Als erstes steht die Schadstoffsanierung an. Deswegen muss der Gasteig spätestens Ende Januar 2027 komplett geräumt und stillgelegt – quasi baufertig – übergeben werden.
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Das ganze Haus mit seinen über 90.000 Quadratmetern Fläche wird ab Oktober 2026 nicht nur ausgeräumt, sondern auch die Technik zurück gebaut und alle Anschlüsse für Fernwärme, Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation werden stillgelegt. Gleichzeitig startet ein sogenanntes Re-Use-Konzept, also der Verkauf von noch brauchbaren Einrichtungen und Materialien.
„Erhalten statt abreißen“ ist die Devise der Münchner Raumentwicklungsgesellschaft (MRG). Die Tochtergesellschaft der Stadt München ist Bauherrin der Sanierung des Gasteig in Haidhausen. Die Nachhaltigkeit stand bei den Umbau-Planungen von Beginn an im Fokus. „80% der Gebäudesubstanz bleiben erhalten“, sagt MRG-Geschäftsführer Benedikt Schwering. „Das spart 40.000 Tonnen CO2. So viel, wie in 1,25 Millionen Quadratmeter Wald gespeichert sind.“
Erster Schritt: So viel wie möglich wird wieder verwendet – Ziegelsteine werden zum Beispiel zwischengelagert und hinterher erneut verbaut. Ein Teil der Stühle wird ab- und später neu gepolstert wieder einmontiert, Handläufe werden poliert und weitergenutzt. Und auch die 7.000 Pfeifen der großen Orgel der Philharmonie werden aufwendig aus- und in ein paar Jahren wieder eingebaut.
In Zusammenarbeit mit einem Planungsteam von „Intep“, einem Beratungs- und Forschungsunternehmen für nachhaltige Entwicklung, wird festgestellt und bewertet, was an Inventar übrigbleibt und anderweitig vergeben werden kann. Um die Nachhaltigkeit zu optimieren, dürfen in einem zweiten Schritt andere städtische Institutionen zugreifen: Trennwände oder Türen zum Beispiel kommen stadtinternen Bauvorhaben zugute.
Re-Use-Konzept: Versteigerung
Im dritten Schritt wendet sich die Münchner Raumentwicklungsgesellschaft im Rahmen ihres Re-Use-Konzepts an alle: Am 15. Oktober startet über restlos.com online eine öffentliche Versteigerung. Wer schon immer einen magentafarbenen Gasteig-Sessel im Wohnzimmer stehen haben wollte, Bücherregale oder Bilderrahmen benötigt, kann mitbieten. Jedes Gebot startet bei einem Euro. Der gesamte Gewinn fließt zurück in das Projekt „Sanierung des Gasteig“. Alle können mitbieten – und sich ihr Stück Gasteig nach Hause holen.
Es wird darunter auch ein kleinerer Teil der Licht-, Beschallungs- und Medientechnik sein, also einzelne Komponenten oder Teile dieser Technik (maximal 20%). Der Hauptbestandteil der Versteigerung besteht aus Gebäudeelementen bestehen (Stühle, Regale etc.).
Konkrete Informationen zur Versteigerung sollen sich zeitnah auf der Website der MRG finden.
Mehr Informationen zur Gasteig-Sanierung finden sich in dem Interview mit Benedikt Schwering von der Münchner Raumentwicklungsgesellschaft auf der Website des Gasteig. München ist auch regelmäßiger Gastgeber der leat x.