Ottawa meldet 50 Prozent mehr Anfragen für internationale Kongresse
von Redaktion,
Die kanadische Hauptstadt Ottawa verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Anfragen internationaler Verbände. Nach Angaben von Ottawa Tourism legte die Nachfrage innerhalb eines Jahres um 50 Prozent zu. Die Destination führt die Entwicklung unter anderem auf ihre langfristige Akquisestrategie und die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft zurück.
Das Rogers Centre in Ottawa (Bild: Ottawa Tourism)
Ottawa Tourism hat auf der IMEX America einen Anstieg der Anfragen internationaler Verbände um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr bekannt gegeben. Die Tourismusorganisation sieht darin auch das Ergebnis einer seit 15 Jahren verfolgten Strategie, die auf frühzeitige Kontaktaufnahme, langfristige Beziehungen und die gezielte Ansprache wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Fachverbände setzt.
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Ein aktuelles Beispiel ist die erfolgreiche Bewerbung um die Generalversammlung und das wissenschaftliche Symposium der International Union of Radio Science (URSI GASS) im Jahr 2032. Ottawa hatte die Veranstaltung bereits 2013 als potenzielles Akquiseziel identifiziert. Zwischen der ersten Kontaktaufnahme und der Durchführung werden damit 19 Jahre liegen.
Fachliche Netzwerke als Standortvorteil
Bei der Kongressakquise konzentriert sich Ottawa auf Branchen, in denen die Stadt über ausgeprägte wirtschaftliche und wissenschaftliche Kompetenzen verfügt. Dazu zählen Softwareentwicklung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Cybersicherheit, Ingenieurwesen, Life Sciences sowie Verteidigung und Sicherheit.
Ottawa Tourism vermittelt Veranstaltern Kontakte zu Expert aus Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung. Dadurch sollen internationale Kongresse nicht nur geeignete Veranstaltungsinfrastruktur erhalten, sondern auch von lokalen Forschungsnetzwerken und fachlichen Partnerschaften profitieren.
Nach Angaben der Tourismusorganisation verändern sich zudem die Auswahlkriterien internationaler Verbände. Neben Kosten und Erreichbarkeit gewinnen die Sicherheit der Teilnehmenden, die Werte einer Destination und ihre fachliche Eignung an Bedeutung. Geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen die Entscheidungen, seien jedoch nicht als alleinige Ursache für die gestiegene Nachfrage zu betrachten.
Öffentliche Förderung unterstützt Kongressakquise
Ein weiterer Bestandteil der Strategie ist die Zusammenarbeit mit Destination Canada. Über den International Convention Attraction Fund (ICAF) werden qualifizierte Bewerbungen um internationale Kongresse unterstützt, die zu den wirtschaftlichen Prioritäten Kanadas passen und einen messbaren Nutzen für die gastgebenden Regionen erwarten lassen.
Zu den jüngsten Erfolgen zählt die Vergabe der Annual Conference des International Institute of Municipal Clerks für 2029. Für die Veranstaltung werden rund 1.000 Teilnehmende, 2.991 Hotelübernachtungen und ein geschätzter wirtschaftlicher Effekt von 2,8 Millionen kanadischen Dollar erwartet. Als weitere Standortvorteile nennt Ottawa Tourism die direkten Flugverbindungen aus London und Paris, mehr als 6.000 Hotelzimmer im Innenstadtbereich sowie kurze Wege zwischen Hotels und Veranstaltungsstätten.