Klare Absage an digitale Spielereien

Studie: Messe – Analoge Intelligenz für die Zukunft

Unter Federführung von Professor Dr. Sven Prüser an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft ist dieses Jahr eine neue Studie mit dem Titel „Messen – Analoge Intelligenz für die Zukunft“ entstanden, die sich mit der Bedeutung, den Potenzialen und der Akzeptanz digitaler und hybrider Formate in der Messewirtschaft beschäftigen.

Messe – Analoge Intelligenz für die Zukunft

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Darin gaben 70% der Befragten an, dass die Abwesenheit von Messen in den letzten Monaten negative Konsequenzen hatte. Demnach haben Präsenzmessen bessere Aussteller- und Besucherniveaus und sind deutlich besser zur Neukundengewinnung und zur Produktdarstellung geeignet als digitale Formate. Eine Mischung aus digitalen und Präsenzformaten wird für die Zukunft gegenüber rein digitalen Formaten bevorzugt.

„Digitalen Spielereien erteilen die Unternehmen eine klare Absage“, so Sven Prüser. Das gilt vor allem für die Umsetzung digitaler Messehallen und Avataren. Dagegen halten zwei Drittel der Befragten die digitale Präsentation von Exponaten für sinnvoll.

Im Vergleich zu Präsenzmessen schneiden die meisten digitalen Formate bei einer qualitativen Betrachtung schlechter ab. Gleichwohl zeigt die Untersuchung, dass die Befragten von der Bedeutung digitaler Formate nach Corona überzeugt sind, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung. So erwarten fast alle Befragten eine zunehmende Nutzung von Videokonferenzen, rund zwei Drittel sehen eine höhere Nutzung von hybriden Messen und von virtuellen Kongressen. Eine Nutzungszunahme von Online-Messen erwarteten zur Befragungszeit im Lockdown 40 Prozent.

Die Befragten warnen hingegen davor, den Aufwand von Online-Formaten zu unterschätzen und sehen in dieser Hinsicht einen Vorsprung der Präsenz-Messen. Bei der Befragung zeigt sich entsprechend, dass die Kosten-Nutzen-Relation der Präsenz-Messen mit knappem Vorsprung vor den reinen Online-Messen als besser eingeschätzt werden (34% zu 31%) und mit deutlichem Vorsprung vor den hybriden Formaten (31% zu 19%). Letzteres ist damit zu erklären, dass hybride Formate tendenziell doppelten Aufwand bedeuten.

Die Studie von Professor Sven Prüser thematisiert außerdem den Nutzenvergleich von realen, digitalen und hybriden Messen und analysiert die Antworten der Experten zu den Funktionen und Potenzialen von Präsenz-Messen. Die Untersuchung wurde im Frühjahr und Sommer 2021 im Auftrag des Fachverbandes Messen und Ausstellungen (FAMA), der Interessengemeinschaft deutscher Fachmessen- und Ausstellungsstädte (IDFA) und des AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich rund 215 Messeakteure.

>> Die Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden: www.auma.de

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