Bühnendach auf 2.500 Metern Höhe gebaut

Allround Fachwerkträger von Layher – live auf der Idalp

Für die Konzertreihe “Top of the Mountain” im Skigebiet Ischgl kam die Layher Innovation als Dachbinder für ein Bühnendach auf 2.500 Metern Höhe zum Einsatz. 

 

Ebner Event Logistics

Bekannt ist die Tiroler „Lifestyle-Metropole“ Ischgl nicht nur als Skigebiet, sondern auch für ihre Après Ski- und Spitzen-Events wie z. B. die Konzertreihe „Top of the Mountain“, bei welcher hochkarätige Künstler wie Andreas Bourani und Zucchero vor über 15.000 Gästen auftreten. Voraussetzung: eine fast 200 Quadratmeter große überdachte Bühne mit 15,5 Metern lichter Bühnenweite. Eigentlich Tagesgeschäft für Ebner event logistics aus dem österreichischen Thalgau, wie Layher Produktmanager Florian Tofahrn berichtet. Wenn es da nicht ein interessantes Detail gäbe: „Während die Auftaktveranstaltung am Saisonanfang in Ischgl selbst stattfindet, steigen die Open-Air-Konzerte zu Ostern und am Saisonende jedoch auf den Skipisten der Idalp – auf rund 2.500 Metern Höhe.“

Schnell war klar, dass Truss-Systeme für das Bühnendach nicht zum Einsatz kommen konnten, da die Idalp für schweres Gerät wie LKW oder Kran nicht zugänglich ist. Das Material für die Bühne musste per Helikopter transportiert und per Hand montiert werden. „Möglich war dies nur mit einem System, das aus leichten und handlichen Einzelteilen besteht und trotzdem eine hohe Tragfähigkeit besitzt“, erklärt Tofahrn. „Gefordert waren eine Schneelast von 25 kg/m² und eine Mindestnutzlast für beispielsweise Licht- und Tontechnik von 15 Tonnen im Winterbetrieb – keine leichte Sache. Außerdem spielte der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Zwischen Auftragsvergabe und dem Eröffnungskonzert lagen nicht einmal sechs Wochen. Zeitaufwendige Sonderkonstruktionen waren nicht möglich.“ Christian Ritter – Geschäftsführer von Ebner event logistics – und Projektleiter Oliver Keim trafen sich deshalb mit den Layher Spezialisten und einem erfahrenen Ingenieurbüro zu einem Workshop in Eibensbach.

Die Lösung war das Allround-Gerüst von Layher. „Das Allround-System kommt in der Regel als Unterkonstruktion für die Layher Event-Systeme zum Einsatz, also für Bühnen und Tribünen“, führt Tofahrn weiter aus. „Modular aufgebaut, lassen sich die Unterkonstruktionen dabei durch die verschiedenen Standardlängen flexibel an Topographie und Gebäudegeometrie anpassen. Die schraubenlose Keilschloss-Verbindungstechnik mit selbstsichernder AutoLock-Funktion, die leichten Einzelteile der Lightweight-Generation sowie die hohe Passgenauigkeit gewährleisten eine schnelle Montage. Außerdem stehen für eine Vielzahl an Aufgaben passende Ausbauteile zur Verfügung – statisch und maßlich integriert. Für das Bühnendach setzten wir eine Neuentwicklung aus dem Hause Layher ein: den Allround Fachwerkträger. Mit nur drei Ergänzungsbauteilen zum Allround-Gerüst lassen sich Überbrückungen, Lastabfangungen und sogar weitgespannte temporäre Überdachungen jetzt noch wirtschaftlicher realisieren.“

Allround Fachwerkträger Layher
Wilhelm Layher GmbH & Co. KG
Neuer Allround Fachwerkträger von Layher

Angaben des Herstellers zum Allround Fachwerkträger: Der Allround Fachwerkträger besteht aus einem Allround FW-Pfosten, einem stabilen Allround FW-Gurt als Ober- und Untergurt sowie einem längenverstellbaren Allround FW-Diagonalstab und lässt sich schnell per Bolzenverbindung montieren. Die Quer-Aussteifung erfolgt über die Serienteile des Allround-Gerüsts. Zur hohen Tragfähigkeit der Neuentwicklung tragen leistungsfähige Stahlsorten und die Bauhöhe des Allround Fachwerkträgers bei, aber auch dessen Einbau im Allround-Systemrastermaß ohne seitlichen Versatz. Dadurch ist eine statisch vorteilhafte zentrische Krafteinleitung sichergestellt. Der modulare Aufbau des Allround Fachwerkträgers erlaubt dabei nicht nur flexible Höhen, Breiten und Längen für eine optimale Anpassung an Last- und Geometrievorgaben, sondern gewährleistet auch Wirtschaftlichkeit bei Transport sowie Auf- und Abbau. Dafür sorgt neben der schraubenlosen Verbindungstechnik auch das leichte Gewicht der handlichen Einzelbauteile von maximal 19,0 Kilogramm. Steht kein Kran zur Verfügung, lässt sich der Allround Fachwerkträger selbst per Hand problemlos montieren – auch im Freivorbau aus gesicherter Lage. Ein weiterer Vorteil: Alle Bauteile sind Serienteile und damit schnell lieferbar – in das Lager von Kunden oder direkt an den Veranstaltungsort.

Sieben Sattelschlepper lieferten das Gerüstmaterial im Fall Idalp vor Ort an – 100 Helikopterflüge schafften es anschließend an den Veranstaltungsort in rund 2.500 Metern Höhe. Erster Schritt war die Errichtung der Bühne. Anschließend konnten die Dachbinder aus dem Allround Fachwerkträger auf der Bühne vormontiert werden – inklusive vier Stütztürmen aus Allround-Gerüst an den Ecken der Bühne. An den Stütztürmen wurde die Dachkonstruktion dann mittels Motorkettenzügen einfach nach oben gezogen und nach Aufbau der Seiten- und Stützwände wieder abgelassen und aufgesetzt. „Auf diese Weise dauerten Materialtransport und Aufbau der gesamten Bühnenkonstruktion durch 15 Eventspezialisten gerade mal 5 Tage“, freut sich Tofahrn.

 

Möglich sind mit dem Allround Fachwerkträger aber auch zahlreiche weitere Anwendungen für die Veranstaltungstechnik – egal ob Überbrückungen für Einfahrten, Lastabfangungen, Kabelbrücken oder Fußgängerbrücken. „Für uns ist es aus praktischen wie wirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtig, dass der Allround Fachwerkträger statisch wie maßlich perfekt zu unserem anderen Allround-Bestand passt. So können wir das Material überall sehr effizient einsetzen“, ergänzt Christian Ritter. „Denn mit diesem System sind wir am flexibelsten und schlagkräftigsten. Und auch die – z. B. von der Formel 1 – geforderte ISO Zertifizierung des Materials ist bei Layher Standard“, erklärt der Geschäftsführer. Wichtig sei zudem das Layher Schulungsangebot, um Mitarbeiter auf den aktuellen Stand der Normen und Regeln zu bringen, und nicht zuletzt die technische Beratung. „Ohne diese Lösung wäre es schlicht nicht möglich gewesen, ein solches Eventprojekt zu realisieren“, fasst Oliver Keim zusammen.

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