Historischer Einstein-Saal

Denkmalgerechtes Beleuchtungskonzept für Archenhold-Sternwarte

IPM2-Technologie ermöglicht moderne Lichtsteuerung für Wand- und Deckenbeleuchtung ohne Eingriff in die bestehende Gebäudestruktur

Decken- und Wandbeleuchtung (Bild: Christoph Eisenmenger)

Die Archenhold-Sternwarte ist die größte und älteste Volkssternwarte Deutschlands und zählt zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Einrichtungen ihrer Art. Ihr Zentrum bildet das 1896 errichtete Riesenfernrohr, der „Große Refraktor“, mit einer Brennweite von 21 Metern – bis heute das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt. Neben diesem technischen Wahrzeichen gehört auch der historische Einstein-Saal mit seiner charakteristischen Kassettendecke zu den architektonischen Highlights der Anlage. Albert Einstein präsentierte hier einst erstmals seine Allgemeine Relativitätstheorie und machte den Raum damit zu einem Ort von besonderer wissenschaftshistorischer Bedeutung.

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Im Zuge einer umfassenden Sanierung stand genau diese Decke im Fokus. Die Stiftung suchte gezielt nach einer Beleuchtungslösung, die sich harmonisch in den denkmalgeschützten Saal integriert, ohne die bestehende Verkabelung verändern zu müssen. Gleichzeitig sollte die Kassettendecke gleichmäßig und hochwertig ausgeleuchtet werden, ohne ihren einzigartigen Charakter zu überlagern. Die bestehende Beleuchtung – unter anderem acht 1-kW-Halogen-Deckenstrahler – habe eine ungleichmäßige, fleckige Ausleuchtung mit starken Schlagschatten erzeugt. Auch die Wandleuchten seien im Laufe der Zeit von klassischer Glühlampentechnik auf Leuchtstofflampen umgerüstet worden, was sich negativ auf Dimmverhalten und Lichtstimmung auswirkte.

„Raum und Decke sollten unbedingt im Vordergrund bleiben“, erklärt Michael Förster, Ingenieur für Theater- und Veranstaltungstechnik bei der Stiftung Planetarium Berlin. „Wir suchten also nach hochwertigen, leisen Scheinwerfern mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, die sich unauffällig integrieren lassen.“

In Zusammenarbeit mit der PIK AG als Systemintegrator sei nun ein modernes und zugleich denkmalgerechtes Beleuchtungskonzept realisiert worden. Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass aufgrund der Gebäudestruktur keine neuen Steuer- oder DMX-Leitungen verlegt werden konnten. Die Lösung bot die IPM2-Technologie von GDS, die es ermöglicht, Steuer- und Stromsignale über die bestehende Verkabelung zu führen.

(Bild: Christoph Eisenmenger)

Als Deckenbeleuchtung kamen 32 GDS Sirius Leuchten mit IPM2-Technologie zum Einsatz. Diese leistungsstarken RGB-Leuchten böten hohe Farbtreue, flexible Farbtemperaturen und vielseitige Optiken, so Visiontwo. Unterschiedliche Abstrahlwinkel – von Cyc- bis Spot-Optiken – ermöglichen eine gleichmäßige Ausleuchtung der Kassettendecke. Darüber hinaus eröffne die Einzelansteuerung jeder Leuchte neue gestalterische Möglichkeiten: Von dezenten Weißlichtszenarien bis hin zu farbigen Inszenierungen, etwa für Veranstaltungen oder wissenschaftliche Visualisierungen wie Gewitterstimmungen oder Nachthimmelprojektionen.

Auch die 14 historischen Wandleuchten wurden behutsam modernisiert. Insgesamt 42 GDS Lamps (IPM), jeweils drei pro Leuchte, ersetzen die zuvor eingesetzten Leuchtmittel. Sie kombinieren energieeffiziente LED-Technologie mit einem warmen Glühlampeneffekt. Dank Fade-to-Warm-Dimmung verändert sich die Farbtemperatur beim Dimmen von 3.000 Kelvin bis hin zu warmen 1.800 Kelvin – ein Effekt, der dem ursprünglichen Lichtcharakter des Saals sehr nahekomme.

Ein wesentlicher Vorteil des gesamten Systems liege in seiner 48-Volt-Basis, bei der das Steuersignal über einen GDS-Prozessor auf das Stromsignal aufmoduliert wird. Dadurch konnte vollständig auf Funklösungen und das Verlegen neuer Kabel verzichtet werden, während gleichzeitig eine präzise Steuerung per DMX oder über einen Szenenspeicher möglich sei.

Trotz einer äußerst kurzen Spielzeitpause sei es gelungen, die komplette Installation innerhalb weniger Tage umzusetzen. Das Ergebnis sei ein stimmiges Zusammenspiel aus historischer Architektur und moderner Lichttechnik, das den Einstein-Saal nicht nur funktional aufwertet, sondern auch atmosphärisch neu erlebbar mache.

Auf der LEaT con 26 ist Visiontwo in Halle A1 an Stand H9 anzutreffen.

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