Tontechnik

DirectOut‘s Prodigy bei Eurovision Song Contest 2022

Beim Eurovision Song Contest 2022 (ESC) sei die bisher umfangreichste DirectOut Infrastruktur zum Einsatz gekommen.

Prodigy ESC(Bild: Corinne Cumming)

Ziel des Systemdesigns sei es gewesen, sicherzustellen, dass bei einem Ausfall eines einzelnen Elements die Tonübertragung nicht länger als 3 ms unterbrochen wird. Um dies zu erreichen, sei es notwendig gewesen, für jedes Gerät ein oder mehrere Backups einzurichten, wobei die erste Redundanzstufe unabhängig von der Reaktionszeit des Bedieners sein musste. Eine weitere Anforderung hätte darin bestanden, alle Anwendungen und Signale bidirektional auf ein einziges Sample zu synchronisieren, da es Signalstörungen zu vermeiden galt.

Anzeige

Um diese Systemsicherheit zu erreichen, hätten die Planer auf Audiowandler, Prozessoren und Verteilersysteme von DirectOut – insbesondere auf den multifunktionalen Audio Prozessor Prodigy.MP, gesetzt.

Beim ESC 2022 wurden 14 Prodigy als zentrales Audio-Interface und Signalverteilungssystem eingesetzt, weil sie Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Audioformaten und Herstellern bieten würden und so ein vielfältiges Audiosystem in den Anwendungen FOH, Monitor, Playback, Patch Room und Broadcast nahtlos integrierten.

Zwischen den unterschiedlichen Anwendungen des Audiosystems arbeitete der Prodigy.MP mit FastSRC im Bypass Mode, um innerhalb nur eines Samples automatisch auf eine asynchrone Signalverbindung reagieren zu können.

Für das Playback-System sei außerdem die im Prodigy integrierte automatische Redundanzumschaltung Ears zum Einsatz gekommen, welche zuvor eigens für den ESC 2022 erweitert worden sei. Ears erkenne nicht nur, ob der Audio-Stream eines Wiedergabesystems empfangen wird oder nicht, sondern auch, ob sich das Wiedergabesystem (im diesem Falle: ProTools) in einem Buffer-Loop-Zustand befinde. Im Falle eines Signalausfalls oder der Erkennung eines solchen Buffer Loops schalte Ears, nach vorheriger Prüfung, den gesamten Port oder Mehrkanal-Stream auf das Backup um.

Zusätzlich zu den beiden Signalquellen ‚Main‘ und ‚Backup‘ stehe nun mit ‚Disaster Recovery‘ eine dritte Signalquelle zur Verfügung, auf die bei Ausfall von ‚Main‘ und ‚Backup‘ umgeschaltet werden könne.

Um die Betriebssicherheit zusätzlich zu erhöhen seien im Prodigy.MP außerdem die Input Manager und der Automator zum Einsatz gekommen, wobei letzteres ein neues Feature des Prodigy.MP sei.

„Der Prodigy.MP war die perfekte Lösung, weil er mehrere komplexe Aufgaben parallel ausführen kann“, erklärt Luca Giaroli, Signal Distribution Designer und Manager für den ESC2022. „Aufgrund seiner Redundanzstrategie und der zahlreichen unterstützenden Funktionen war er sogar in der Lage, die Sicherheit weniger performanter Systemkomponenten zu erhöhen. Dank Globcon hatte ich das gesamte System immer unter Kontrolle.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.