Berlin Global

facts and fiction gestaltet neue Ausstellung im Berliner Humboldt Forum

facts and fiction, Kreativ-Agentur für Kommunikation im Raum mit Sitz in Köln und Berlin, hat mit Berlin Global im Auftrag von Kulturprojekte Berlin eine neue Ausstellung gestaltet. Diese soll gleichzeitig ikonografische Raumerlebnisse schaffen als auch innovative digitale Möglichkeiten zur Partizipation für Besucher:innen bieten.

Raumansicht "Weltdenken" in der Ausstellung Berlin Global
Raumansicht “Weltdenken” in der Ausstellung Berlin Global (Bild: Oana Popa-Costea )

In der Ausstellung Berlin Global erfahren die Besucher:innen auf 4.000 m2 in der ersten Etage des Humboldt Forums, welche wechselseitigen Einflüsse Berlin und die Welt aufeinander hatten und haben. Unter der Leitung von Paul Spies, Chef-Kurator des Landes Berlin im Humboldt Forum und Direktor des Stadtmuseums Berlin, erfolgte die Erarbeitung des Konzeptes von Beginn an als partizipativer Prozess. Die Ausstellung will ein Ort der Begegnung, Entdeckung und Kommunikation sein, in den die Besucher:innen eigene Erfahrungen, Ideen und Werte einbringen können.

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Berlin Global entstand in enger Zusammenarbeit mit einem vielköpfigen, wissenschaftlichen Kuratorenteam. Kulturprojekte Berlin war für die Gesamtsteuerung des Projektes, facts and fiction für die Ausstellungsplanung und -gestaltung verantwortlich. Die Ausstellung soll sowohl aus inhaltlicher als auch aus szenografischer Sicht völlig neu in ihrer Art sein: Im Mittelpunkt stehen keine historischen Objekte, sondern multiperspektivische, interaktive Installationen, die zur Diskussion und Reflexion anregen sollen.

Denn die Stadtgeschichte Berlins wird hier nicht chronologisch erzählt, sondern anhand von Themenräumen. Raumgreifende Installationen und atmosphärische Inszenierungen führen in die neun Themenwelten ein, in denen sich die Vielfalt Berlins widerspiegelt: Weltdenken, Revolution, Freiraum, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode und Verflechtung. Der Raum „Berlin Bilder“ bildet den Zugang zu den sich anschließenden Themenräumen und ist ein begehbares Inhaltsverzeichnis der Ausstellung. In der Lounge schließlich erhalten die Besucher:innen ihr individuelles Auswertungsergebnis des Rundgangs und sind eingeladen, sich mit eigenen Erfahrungen einzubringen und sich auszutauschen.

„Das Besondere an diesem Projekt war die Zusammenarbeit mit einem sehr diversen Team mit unterschiedlichsten Schwerpunkten und Interessen über einen ungewöhnlich langen Konzeptions- und Produktionszeitraum“, sagt Anke Hückel, Projektleiterin der Berlin Global Ausstellung von facts and fiction. „Das hat ein Spektrum und eine Vielfalt innerhalb der Ausstellung ermöglicht, die bei einer ,konventionellen‘ Vorgehensweise so nicht möglich gewesen wäre“.

Heterogenität der Ausstellungsarchitektur als Prinzip

Jeder der Themenräume ist von einem anderen Szenografen von facts and fiction entwickelt worden, hat eine eigene gestalterische Sprache – so divers, vielschichtig und besonders wie Berlin ist denn auch die Atmosphäre jedes einzelnen Raumes.

„Mit dieser Ausstellung ist uns etwas völlig Neues gelungen“, freut sich Jörg Krauthäuser, geschäftsführender Gesellschafter von facts and fiction. „Berlin Global vertraut auf die inszenatorische Kraft, die den Besuch zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Sie weckt Emotionen und bezieht Besucher:innen durch viele Interaktionsmöglichkeiten in die Geschichte Berlins und ihre Verflechtung mit der Welt ein. Das von uns entwickelte Museums-Assistenzsystem IAMU macht den starken partizipativen Charakter der Ausstellung erst möglich, ohne dass die Technik im Vordergrund steht. Durch Berlin Global soll für alle Besucher:innen urbane Vielfalt und Weltoffenheit erlebbar werden.“

IAMU: Personalisierter und interaktiver Ausstellungsbesuch

Die Ausstellung möchte einem breiten Publikum Mitmach-Angebote bieten, die den Besuch zu einem Erlebnis machen und dazu einladen, sich eine eigene Meinung zu bilden und aktiv zu werden. Mit Hilfe des von facts and fiction entwickelten Museums-Assistenzsystems „IAMU“ (I am you) können sich Besucher*innen mit einem Chip-Armband zu Beginn ihres Besuchs mit der Ausstellung verbinden und einen interaktiven Rundgang starten. Das System zeichnet über den Token Antworten an mehreren interaktiven Stationen in der Ausstellung auf und ermöglicht so das Einfließen der Meinung der Besucher:innen in die laufende Ausstellung.

Dazu zählen interaktive Formate wie die Station „Mein Netzwerk“, die anzeigt, wie die Besucher:innen mit der Welt verbunden sind. Oder die insgesamt elf Dilemma-Fragen, bei denen die Besucher:innen vor dem Betreten eines neuen Raums zwischen zwei Aussagen zu dem eben erlebten Thema wählen; ihre Entscheidung wird auf dem Chip-Armband gespeichert. Im Raum „Freiraum“ stehen beispielsweise zur Wahl: „Freiraum teile ich.“ oder „Freiraum nehme ich mir.“. Das Dilemma: Beide Alternativen scheinen sinnvoll; die persönliche Bedeutung von Freiraum kommt ins Spiel. Am Ende haben die Besucher:innen die Möglichkeit, ein individuelles Auswertungsergebnis des Rundgangs zu erhalten und sich mit anderen über die Themen der Ausstellung und ihre persönliche Verbindung mit der Welt auszutauschen.

„Als Alexander von Humboldt im Juni 1802 vom Chimborazo aus auf die Anden blickt, beginnt er, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Die Erde erschien ihm als ein riesiger Organismus, in dem alles mit allem in Verbindung stand“, erläutert Jörg Krauthäuser. „Mit IAMU haben wir ein System für die Berlin Global Ausstellung entwickelt, das den Vernetzungsgedanken Alexander von Humboldts in die Jetztzeit und damit als für jede:n individuell erlebbares Prinzip transportiert.“

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