Lösungen von ProAudio Technology, Hoellstern und Xcite Audio

Immersive Erlebniswelt auf der Festung Königstein

Mit der neuen Erlebnisstation „Sturm auf den Königstein – ein Angriff, der nie geschah“ können Besuchende erstmals im 180°-LED-Wall-Panorama ein historisches Angriffsszenario erleben, das zwar nie stattgefunden hat, aber eindrucksvoll verdeutlicht, warum die Festung über Jahrhunderte als uneinnehmbar galt. Ziel war es, historische Inhalte nicht nur visuell zu vermitteln, sondern sie durch das präzise Zusammenspiel von Bild, Klang und haptischen Effekten unmittelbar erfahrbar zu machen.

Auf der Besucherplattform wird das historische Angriffsszenario durch Bild, Klang und Haptik unmittelbar erfahrbar. Kanonenschläge, Einschläge und massive Tore werden nicht nur hörbar, sondern körperlich wahrnehmbar

Wie macht man die Wehrhaftigkeit einer Festung erlebbar, die in ihrer über 800-jährigen Geschichte niemals erfolgreich eingenommen wurde? Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt eines außergewöhnlichen Projekts auf der Festung Königstein in Sachsen. Die technische Umsetzung erfolgte durch die Dresdner Whitebox GmbH. Das Systemdesign entstand in Zusammenarbeit von Ben Zenker (ZEN Audio Engineering) und André Neuhaus (Soundlike Großbeschallungstechnik). Zum Einsatz kamen Lösungen von ProAudio Technology GmbH, Hoellstern GmbH und Xcite Audio.

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Daniel Sommer (whitebox GmbH): „Unser Ziel war es, die Wehrhaftigkeit der Festung nicht nur zu erklären, sondern für die Besucher spürbar zu machen. Die größte Herausforderung bestand darin, eine technisch robuste Lösung für die besonderen Bedingungen auf der Festung zu entwickeln und gleichzeitig ein Höchstmaß an Immersion zu erreichen. Erst das Zusammenspiel von Licht, Bild, Klang und Vibration macht das historische Szenario zu einem eindrucksvollen Erlebnis.“

Ganzheitliches Systemdesign als Grundlage der Inszenierung

Auf einer eigens entwickelten Besucherplattform werden historische Verteidigungsszenarien mittels großformatiger Visualisierungen, mehrkanaligem Surround-Sound und haptischen Effekten inszeniert. Kanonen feuern, Tore schließen sich, Brücken werden hochgezogen und Geschosse schlagen ein. Die Besucherinnen und Besucher beobachten die Ereignisse nicht nur – sie hören und spüren sie.

Verantwortlich für das Systemdesign der Installation war das Ingenieurbüro Ben Zenker. Unterstützt wurde Zenker im Bereich Audio- und Systemdesign durch André Neuhaus (Soundlike Großbeschallungstechnik). Die Erfahrungen aus 30 Jahren in der Praxis angewandter Beschallungstechnik halfen die Besonderheiten und Unwegsamkeiten der Räumlichkeit zu meistern. Die besondere Herausforderung bestand darin, die unterschiedlichen Gewerke so miteinander zu verbinden, dass ein konsistentes und glaubwürdiges Gesamterlebnis entsteht. Ben Zenker: „Bei immersiven Anwendungen entscheidet nicht die einzelne Komponente über die Qualität des Erlebnisses, sondern das Zusammenspiel aller Gewerke. Unser Ziel war es, Audio, Haptik und visuelle Inhalte so aufeinander abzustimmen, dass die Besucher die dargestellten Ereignisse intuitiv und glaubwürdig wahrnehmen. Das Ergebnis ist eine Form der Geschichtsvermittlung, die historische Inhalte auf eine völlig neue Weise erfahrbar macht.“

Präzise Audiowiedergabe für ein anspruchsvolles Umfeld

Eine wesentliche Rolle innerhalb des Gesamtkonzepts übernehme dabei die Audiotechnik. Die Installation müsse nicht nur eine außergewöhnliche Dynamik bei relativ geringem Gesamtpegel abbilden, sondern gleichzeitig höchste Sprachverständlichkeit in einem akustisch anspruchsvollen historischen Umfeld gewährleisten. Für die Beschallung der rund 30 Quadratmeter großen Erlebnisplattform fiel die Wahl auf ein mehrkanaliges Lautsprechersystem von ProAudio Technology GmbH. Zum Einsatz kommen vier MT10 Hochleistungslautsprecher, vier kompakte MT5.2 Installationslautsprecher sowie ein SW12 Subwoofer.

Hochleistungslautsprecher MT10 von ProAudio Technology verbinden hohe Sprachverständlichkeit und Zuverlässigkeit mit präziser Wiedergabe und
außergewöhnlicher Dynamik im historischen Umfeld

Die MT10 bilden das akustische Rückgrat der Installation. Ihre hohe Dynamik, exakte Impulswiedergabe und hervorragende Sprachverständlichkeit sollen eine differenzierte Darstellung selbst komplexer Klangszenarien ermöglichen. Ergänzt werden sie durch die kompakten MT5.2 Lautsprecher, deren flache Bauform eine unauffällige Integration in die historische Architektur biete.

Leistungsstarke Verstärkerplattform für immersive Anwendungen

Die Signalverarbeitung und Verstärkung erfolgt über zwei 10.4-DSP ProAudio Technology Systemverstärker (OEM Hoellstern). Gerade bei immersiven Anwendungen, in denen Ton und Vibration leistungsstarker Shaker verschmelzen, seien leistungsfähige Verstärkerplattformen entscheidend für eine möglichst realistische Wiedergabe. Schnelle Impulsfolgen, Kanonensalven und dicht aufeinanderfolgende Einschläge erforderten hohe, laststabile Leistungsreserven sowie eine präzise Kontrolle komplexer Lasten. Udo Höllstern (ProAudio Technology GmbH und Hoellstern GmbH): „Immersive Erlebniswelten stellen besondere Anforderungen an die Audiotechnik. Es reicht nicht aus, einzelne Effekte nur laut wiederzugeben. Entscheidend ist, dass jede Szene tonal sehr präzise und mit authentischer Dynamik akustisch und physisch über den gesamten Frequenzbereich abgebildet wird – auch dann, wenn Sequenzen dichte und extrem impulsive Signalfolgen aufweisen. Genau solche Anforderungen beherrschen unsere Verstärkerplattformen mit Lasten ab 2 Ohm perfekt.“

Dank der hohen Leistungsreserven würden selbst komplexe Klangereignisse klar voneinander getrennt bleiben und ihre volle Wirkungbehalten. So werde gewährleistet, dass nicht nur der erste Kanonenschlag, sondern jede einzelne Aktion mit derselben Intensität und Präzision erlebt werden könne.

Kanonenschläge auch unter den Füßen spürbar

Neben der akustischen Ebene setzt die Installation auf ein umfangreiches Körperschallsystem von Xcite Audio. Acht Körperschallwandler XBS200 und vier XBS100 wurden direkt in die Besucherplattform und die Sitzmöbel integriert. Dadurch werden Kanonenschläge, Einschläge oder das Schließen massiver Tore nicht nur hörbar, sondern körperlich wahrnehmbar. Die gesamte Plattform werde so zum aktiven Bestandteil der Inszenierung.

Ein spezieller Upmix überträgt relevante Klangereignisse gezielt auf die haptische Ebene.
Xcite Audio XBS200 im Boden und XBS100 in der Sitzbank machen die Inszenierung körperlich spürbar – auch für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen

Besonders bemerkenswert sei dabei die eigens entwickelte Signalaufbereitung von Sound Designer Felix Findeisen für die haptische Ebene. Statt lediglich tieffrequente Signale auf die Körperschallwandler zu übertragen, werden relevante Ereignisse gezielt analysiert und als eigenständige physische Effekte inszeniert. Das Ergebnis sei eine differenzierte Wahrnehmung, die den Klangraum um eine zusätzliche Dimension erweitere. Mit Blick auf das Zusammenspiel der Systeme ergänzt Udo Höllstern: „Besonders beeindruckend ist hier das Zusammenspiel von Klang und körperlicher Wahrnehmung. Besucher hören nicht nur einen Kanonenschlag, sie erleben ihn. Wenn Audio, Bild und Haptik so präzise ineinandergreifen, entsteht eine Form von Immersion, die einnimmt und nachhaltig in Erinnerung bleibt.“

Ein weiterer Vorteil des eingesetzten Körperschallsystems liege in der gezielten Entkopplung von physischer Wirkung und akustischem Pegel. Da ein Teil der Energie direkt über die Besucherplattform übertragen wird, könne die gewünschte Intensität vieler Effekte erzielt werden, ohne den Tieftonpegel im Raum entsprechend erhöhen zu müssen. Die Besucher nähmen Kanonenschläge, Einschläge und Erschütterungen intensiver wahr, während die tatsächliche tieffrequente Schallbelastung im Raum reduziert werden könne.

Gerade in historischen Gebäuden und sensiblen Ausstellungsumgebungen eröffne dieser Ansatz neue Möglichkeiten, immersive Erlebnisse mit hoher Wirkung und gleichzeitig kontrollierter akustischer Belastung zu realisieren. Gleichzeitig verbessere dieser Ansatz die Zugänglichkeit der Installation und eröffne auch Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen zusätzliche Möglichkeiten, historische Inhalte wahrzunehmen.

Beispiel für moderne immersive Geschichtsvermittlung

Die neue Erlebnisstation auf der Festung Königstein zeige, wie moderne Medientechnik zur Vermittlung historischer Inhalte eingesetzt werden könne. Entscheidend für den Erfolg des Projekts sei dabei das präzise Zusammenspiel von Szenografie, Medientechnik, Audio, Haptik und Systemdesign. Für Museen, Besucherzentren und kulturelle Einrichtungen eröffne dieser Ansatz neue Möglichkeiten, Inhalte emotional, verständlich und nachhaltig zu vermitteln. Die Installation auf der Festung Königstein verdeutliche, dass hochwertige audiovisuelle Systeme heute weit mehr seien als reine Technikkomponenten: Sie würden zu einem integralen Bestandteil der Besuchererfahrung und trügen dazu bei, Geschichte auf neue Weise erlebbar zu machen. Mit der neuen Erlebnisstation sei nicht nur eine außergewöhnliche Besucherattraktion, sondern zugleich ein bemerkenswertes Beispiel für die Möglichkeiten moderner immersiver Erlebniswelten entstanden.

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