Journey of the Pioneers

Museum of the Future eröffnet in Dubai

Das Museum of the Future zählt zu den neuen Attraktionen Dubais und auf der weltweiten Museumslandkarte. In einem ikonischen Gebäude (Architektur: Killa Design) lädt es ein, sich gemeinsam auf den Weg in die Zukunft zu machen und Verantwortung zu übernehmen.

Dubai Museum of the Future
Museum of the Future, Außenansicht (Visualisierung: Killa Design)

Atelier Brückner hat die Ausstellung „Journey of the Pioneers“ über drei Etagen und 3000 m² Ausstellungsfläche hinweg als immersives Erlebnis gestaltet: Jede Etage gleiche einem filmischen Setting mit aussagekräftigen, starken Raumbildern angelegt und fokussiert eine Vision der Zukunft: Leben im Weltraum, Bioengineering und Regeneration geschädigter Ökosysteme sowie individuelles Wohlbefinden. Ergänzend dazu ist auf einer Fläche von 1200 m² die Ausstellung Future Heroes konzipiert, die sich mit einem spielerisch-intuitiven Zugang an Kinder bis 12 Jahre richtet. Sie nimmt die erste Etage des Museums ein. Die feierliche Eröffnung des Museums lag in den Händen seiner Königlichen Hoheit Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Initiator des Museumsprojektes. Sie fand am 22. Februar statt.

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Entlang der viel befahrenen Sheikh Zayed Road in Dubai, an der die Wolkenkratzer hoch hinaus gen Himmel ragen, zieht das Museum of the Future mit seiner ungewohnten architektonischen Formensprache die Aufmerksamkeit auf sich: ein silbern schimmernder, liegender Ring, dessen Außenhaut von umlaufender Kalligrafie geprägt ist. Sie gibt Gedanken des Scheichs zur Zukunft wider: „The Future belongs to those who can imagine it, design it and execute it. It isn´t something you await, but rather create.”

Im Inneren erwartet die Besucher:innen ein motivierend mitreißendes Erlebnis, das sie in einem Dreiklang auf die Herausforderungen der Zukunft einstimmen soll: Die Ausstellung „Journey of the Pioneers“ katapultiert die Museumsgäste mit einer rasanten Aufzugfahrt, inszeniert als filmisch bespielte Raumkapsel, in das Jahr 2071 auf die Raumstation OSS Hope. Hier werden Astronauten rekrutiert, die zum Gelingen einer fiktiven, wenngleich realistisch erdachten Raummission beitragen: Es geht darum, den Energiebedarf der Menschheit durch Sonnenenergie abzudecken, die in Kollektoren rund um den Mond gebündelt und gezielt zur Erde übertragen wird. Die Erde ist im Jahr 2071 ein Lebensraum, der durch viele konkrete Projekte nachhaltig aufgewertet wurde: Kairo ist beispielsweise eine Green City, wie eine Einblendung beim Blick aus dem Cockpit der Raumstation auf die Erde zeigt. Allerdings ist sie auch weiterhin in Gefahr, beispielsweise bedrohen Waldbrände den Amazonas und die dortige Basisstation der OSS Hope. Die Besucher:innen gewinnen einen Überblick der anstehenden Aufgaben und Projekte.

An Bord der OSS Hope (Bild: Giovanni Emilio Galanello)

Zurück auf der Erde motiviert das HEAL Institute, auf Ausstellungsebene 4, die Pioniere mittels Bioengineering zur Regenerierung des Ökosystems beizutragen. Zunächst tauchen sie in die Schönheit der Natur ein: Die Besucher:innen entdecken die Zusammenhänge des Lebens im Regenwald. Regen prasselt, Insekten summen, Pollen steigen auf und die Aktivität des vernetzenden Myzeliums wird anschaulich. Die abstrahierte Bildsprache der filmischen Projektion mit tausenden tanzenden Punkten nimmt die Besucher:innen für sich ein.

Im nächsten Raum, „The Library“ zieht die Vielfalt und Schönheit der überlieferten Flora und Fauna die Besucher:innen in ihren Bann. Der Raum wirkt mystisch, voller Magie. 2400 Glaszylinder, jeder von ihnen 18 cm hoch und von der Decke abgehängt, sind als begehbare Rauminstallation angeordnet, in die die Besucher:innen eintreten. Die ovale Form umschließt die Besucher:innen in mehreren Reihen, geordnet nach Arten: von den Säugetieren bis zu den Einzellern. Jedes der Tiere ist als Lasergravur in das Kristallglas konservierend eingeschrieben und fasziniere in Detailreichtum und Präzision, darunter allein an die 40 verschiedene Frösche. Ausgestattet mit einem mobilen Gerät erkunden die Besucher:innen das Archiv und sammeln Gen-Codes, die es ihnen ermöglicht im darauffolgenden Raum, „The Lab“, neues Leben entstehen zu lassen, das zum Fortbestand des Ökosystems beiträgt. Die Daten fließen in das filmisch generierte 360-Grad-Bild einer Waldlandschaft, die, nach einem Brand, neu zu blühen beginnt. Brutschränke im Raum „The Observatory“ zeigen weitere Forschungsprojekte, an denen Menschen im Jahr 2071 arbeiten: Es wurden feuerresistente Bäume entwickelt, Samenbomben und lipidreiches Quinoa stehen kurz vor dem Abschluss. Eine Zusammenschau bereits umgesetzter Projekte in der Wüste, der Arktis, den Wäldern und Gewässern bietet das Heal Geoscope in Form von Bildern und aufbereiteten Daten an der gegenüberliegenden Wand.

Die Ausstellungsebene ALWAHA bringt die Pioniere schließlich mit dem eigenen Selbst in Kontakt. Es gehe darum, sich selbst als Mensch über seine Sinne zu erfahren, um dann gestärkt und konzentriert in die Zukunft zu gehen – es gehe um eine Besinnung auf unser eigenes Wohlbefinden in einem hoch technisierten Umfeld.

Den Auftakt des beruhigend entspannenden Raumambientes bildet ein Brunnen. Warme Erdtöne und Klänge umgeben die Besucher:innen; sie ziehen sie in die Raumtiefe. Innere Ruhe kehrt ein. Die Besucher:innen erreichen zunächst die „Movement Therapy“. Ganz intuitiv sollen sie sich hier in ein projiziertes Sandbad wagen. Das Licht erfasst die Besucher:innen; flirrende Sandkreise wandern mit ihnen über den weichen Boden.

Museum of the Future
The Library, Detail (Bild: Giovanni Emilio Galanello)

Über Rundbögen öffnen sich angrenzende Behandlungsräume: Feeling, Grounding und Connection Therapy. Energieströme sollen an den Handflächen kitzeln und Klänge zur tiefen Körperwahrnehmung werden. Die „Connection Therapy“ veranschauliche schließlich, dass nur gemeinsam ein Energiefluss entsteht, mit dem etwas bewegt werden kann. Die Besucher:innen realisieren diesen an einem ovalen, medial bespielten Tisch durch gemeinsames Summen.

Den Abschluss bildet eine immersive Rauminstallation. Im Zentrum des Raumes steht, aufgeständert in vier Metern Höhe, ein gläsernes, rundes Wasserbecken von drei Metern Durchmesser. Impulse versetzen das Wasser in Bewegung; Licht breitet die flüchtigen Linien über den gesamten Raum hinweg aus. Die Besucher:innen, liegend unter einer 60 m² großen Kuppel, tauchen in das Wellenmeer aus Licht und Klang ein, das immer wieder neu entsteht. Hier ist nichts mehr zu tun. Es gehe um das Sein.

Über eine Zeitschleuse verlassen die Besucher:innen ALWAHA. An einem Bassin, eingebettet in die Wand, hinterlassen sie analog einen Wunsch für die Zukunft.

Die Ausstellung „Journey of the Pioneers“ wurde als Gesamterlebnis konzipiert und gestaltet. Ihre choreographierte Raumfolgen, Klang und Duft, die die Besucher:innen begleiten, sollen die dem Alltag entreißen und ihn in eine greifbare, futuristische Welt eintauchen lassen, bei der die Mitgestaltung jedes/jeder Einzelnen gefragt ist. Die Lichtführung und die Materialwahl sollen entscheidend zum sinnlichen Erlebnis beitragen. Die Wände der Raumstation entstammen beispielsweise einem 3D-Drucker und scheinen aus extra-terrestrischem Material zusammengesetzt; die Wände des HEAL Institute seien aus nachhaltigem Karuun, gewonnen aus der Rattanpalme; das Material Lehm ist raumbildend eingesetzt im Ausstellungsbereich ALWAHA.

Atelier Brückner ist als gestaltender Generalplaner verantwortlich für Konzeption, Design und Umsetzung der Ausstellung, in die aktuelle Forschungen und wissenschaftliche Ergebnisse eingeflossen sind. Über 20 Planungspartner und Berater waren beteiligt.

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