2. Staffel von „Sing meinen Song“ erhält Bambi

Pro Tools und Sibelius von Avid bei “Sing meinen Song”

Die zweite Staffel von “Sing meinen Song – Das Tauschkonzert” ist mit dem Bambi ausgezeichnet worden. Die Prinzen, Christina Stürmer, Xavier Naidoo, Hartmut Engler, Yvonne Catterfeld, Daniel Wirtz und Andreas Bourani bekommen das Goldene Reh für ihre musikalischen Leistungen. Darüber freut sich auch Avid, denn sowohl die Live-Aufnahmen als auch die CD zur Staffel wurden komplett mit Pro Tools und Sibelius produziert.

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Wie auch schon in der ersten Staffel von “Sing meinen Song – Das Tauschkonzert” war Arrangeur, Komponist und Musikproduzent Mathias Grosch der musikalische Leiter für das Format und gleichzeitig Gründer und Mitglied der dazugehörigen Band “Grosch’s Eleven”.Seine musikalischen Arrangements spielten eine wesentliche Rolle beim Erfolg der Staffel sowie dem des erneut auf Nr. 1 der deutschen und österreichischen Charts platzierten Albums zur Show. Zu “Sing meinen Song” kam er über die Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo, dessen letztes und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnetes Album er gemischt hatte.

Umfangreiche Vorarbeit

Die konkrete Planung für die erste Staffel begann vor rund zweieinhalb Jahren. Das Ziel bei dem Konzept war vor allem, dass die Songs in der Sendung nicht einfach gecovert werden, sondern dass ein “musikalischer Maßanzug” entsteht. Auch wenn das ganze Format sehr spontan und improvisiert wirkt, steckt eine Menge Arbeit und Vorbereitung dahinter: “Konkret sieht es so aus, dass ich mich im Vorfeld der Show mit den Künstlern treffe und die Lieder durchspreche. Wir überlegen gemeinsam, wie wir einen Song am besten für einen bestimmten Künstler adaptieren und umarrangieren können. Im Anschluss daran mache ich dann in enger Zusammenarbeit mit den Künstlern die Arrangements. Zwei Monate vor der Aufzeichnung sind wir dann mehrere Wochen im Studio, um die Songs mit der Band und den Künstlern zu proben”, erläutert Matthias Grosch den Ablauf.

Wichtig dabei ist, dass bis zur Aufzeichnung kein Künstler weiß, was die anderen an der Show Beteiligten singen werden. An der Aufzeichnung selber ist dann das Ungewöhnliche, dass sie nicht gescriptet ist – nichts ist festgelegt, die Interaktionen sind authentisch und spontan. Die Kamera läuft einfach durch, geschnitten wird nur, um hinterher im Zeitrahmen zu bleiben.

“Das alles klappt natürlich nicht immer auf Anhieb”, sagt Grosch. “Es macht immer wieder total Spaß, zusammen mit den Künstlern und der Band die neuen Arrangements zu erarbeiten. Manchmal werden die Vorschläge, die ich mache, auch mal komplett über den Haufen geworfen. Kann passieren, aber die Band ist so spontan, dass wir schnell einen anderen Ansatz finden, der dann funktioniert. Das Gute ist, dass wir uns in- und auswendig kennen und die Band im Studio die gleiche ist wie die bei der Aufzeichnung. Dadurch gibt es keine Brüche, und die Atmosphäre ist total entspannt.”

Technische Umsetzung mit Pro Tools und Sibelius

Bei Proben und Produktion setzt Grosch dabei komplett auf Pro Tools; beim Arrangieren in der Vorbereitungsphase spielt Sibelius eine entscheidende Rolle. “Auf der Tonebene hat sich gezeigt, dass Pro Tools schlicht und einfach die einzige Lösung ist, die für unser Set-up funktioniert – von den Proben im Studio über die Live-Aufnahmen bis zur Arbeit am Album”, unterstreicht Grosch. “Da zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung weniger als acht Wochen liegen und bis dahin die CD Produktion mit den Live-Aufnahmen am Start sein muss, arbeiten wir praktisch parallel an Live-Aufnahmen und Album.”

Konkret läuft es so ab, dass Mathias Grosch schon beim Einspielen der Songs im Studio klanglich stark eingreift, also Pro Tools ganz klassisch wie ein Mischpult mit einem Bus-System nutzt. Die einzelnen Instrumente werden direkt in Pro Tools aufgenommen, dabei schon während der Aufnahme auf ein Bus-System geroutet und nach der klanglichen Vorstellung geformt.

“So bekommt man alle Signale, insbesondere der Drums, schon im Studio entsprechend fett. Wir haben da super Erfahrung mit den Waves-Plugins gemacht, und ich bin ein großer Fan des SSL Compressors oder der Waves 1176er Simulation”, sagt Grosch.Wichtig ist dabei auch eine zum jeweiligen Song passende Raumästhetik. Gerade bei den Drums ist die trockene Akustik im Studio von Vorteil, da sie den Außenbedingungen in Südafrika ähnelt. “Der riesige Vorteil der Arbeit mit Pro Tools ist dann natürlich, dass wir in der Live-Situation nichts mehr neu einstellen müssen. Auch von der Rechenleistung her bewältigt kein anderes Tool diese Aufgabe. Den Monitormix machen wir dann im Studio, genauso wie live auch über Pro Tools. Die dort eingespeisten Signale gehen direkt nach klanglicher Bearbeitung wieder an die einzelnen Musiker zurück, die sich dann mithilfe eines kleinen Mischers den Monitor-Mix selber machen können. Die fertigen Submixe werden übrigens per MADI auch zum FoH geschickt, und er muss sich dann nur noch um die Stimmen der Künstler kümmern. Mit anderen Worten: Die Band legt los, und der Sound klingt immer genau so, wie wir ihn uns erdacht haben. Das hat mit keiner anderen Lösung funktioniert! Als Controller sind wir mittlerweile bei 4 gestackten Avid Artist Mix gelandet.”

Darüber hinaus arbeiten so gut wie alle beteiligten Musiker mit Sibelius. Das ermöglicht es dem Team, auch kurzfristig während den Proben Tonarten oder Abläufe zu ändern oder in einer Aufnahmepause eine Partitur umzuschreiben.

Nach der Show ist vor der Show

Nach der Aufzeichnung hat das Team rund um Mathias Grosch dann vier Wochen Zeit für die Fertigstellung der finalen Mixe. In dieser Zeit wird der Mix gesäubert und die wenigen noch vorhandenen Fehler korrigiert. Dieser Prozess läuft für die Ausstrahlung und das Album fast parallel. Da alle auf identischen Systemen arbeiten, können die Sessions problemlos untereinander getauscht werden, was eine äußerst effiziente Arbeitsteilung erlaubt: Während ein Techniker mit dem Säubern der Spuren anfängt, kann ein zweiter sich zum Beispiel schon um die Compression bei den Vocals kümmern.

Aktuell haben Musiker und Team gerade die Aufzeichnung für die diesjährige Weihnachtsshow abgeschlossen, die in einer alten Hütte in Elmau stattfand. “Das ist von der Akustik her wieder ganz anders als in Südafrika, aber genauso großartig”, sagt Grosch.

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