Beschallungstechnik

Spacemap Go von Meyer Sound bei Michael Bublé Tour

Von August bis Ende Oktober 2021 wurde die „An Evening with Michael Bublé“ Tour in Nordamerika mit 23 Shows fortgesetzt. Die Tournee wurde mit einem von Solotech bereitgestellten Meyer Sound Beschallungssystem durchgeführt. Auch diesmal wurde das Audiosystem in einer speziellen „Hybrid“-Konfiguration mit konventionellen Arrays an der Hauptbühne und ringförmigen Center-Arrays über der B-Stage installiert.

Michael Bublé auf der Bühne(Bild: Jay Blakesberg)

Bei dieser Tour wurde Spacemap Go eingesetzt, das Spatial Sound Design und Live Mixing Tool von Meyer Sound. Mit Spacemap Go konnte eine präzise akustische Lokalisierung auf allen Plätzen mit synchronisierten, stufenweisen Pegel- und Delay-Änderungen über mehrere Lautsprecher-Arrays gewährleistet werden. Bublés Stimme wurde so ohne Übergänge genau von dort übertragen, wo er sich gerade befand, wenn er zwischen den beiden Bühnen wechselte.

Anzeige

„Wir haben die grundlegende Lösung schon Ende 2018 entwickelt, weil Michael die störende Verzögerung zwischen seinen In-Ear-Monitoren und den Main-Arrays beseitigen wollte, wenn er sich auf die B-Bühne begibt“, erklärt Craig Doubet, FOH-Ingenieur der Tour. „Spacemap Go befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklung, so dass wir in Zusammenarbeit mit Meyer Sound eine Übergangslösung mit maßgeschneiderter Hardware und Software zusammenstellten. Es hat funktioniert, aber mit Spacemap Go ist es jetzt sehr viel einfacher zu bedienen und das Klangbild ist konsistenter, wenn Michael sich über den Laufsteg bewegt.“

Spacemap Go nutzt eine kostenlose iPad-App für den drahtlosen Zugriff auf alle Level- und Delay-Funktionen der Galaxy Netzwerkplattform. Über eine intuitive Touchscreen-Benutzeroberfläche können Anwender den Sound dynamisch in drei Dimensionen bewegen, wobei das räumliche Sound Mapping von kleinen Studios bis hin zu großen Arenen skalierbar ist.

Bühne mit Technik(Bild: Meyer Sound)

„Spacemap Go hat unsere Arbeitsprozesse revolutioniert“, so Doubet weiter. „Zum Beispiel sind die Delay-Funktionen jetzt vollständig ins Panning integriert. Früher mussten wir manuell umschalten, wenn Michael sich auf dem Laufsteg bewegte. Jetzt haben wir stufenweise Delay-Änderungen, die dem Panning folgen, wenn er sich auf die B-Bühne bewegt, und das alles in Echtzeit und durch einfache Fingerbewegungen.“

Spacemap Go stellt sicher, dass der Sound in allen Sitzbereichen akkurat wiedergegeben wird, wie Meyer Sound Technical Support Specialist Josh Dorn-Fehrmann erklärt, der bei der Programmierung geholfen hat. „Craig wollte sicher sein, dass auch die Zuschauer an den äußersten Seiten diesen Effekt erleben. Wenn Michael auf die B-Bühne zugeht, verwenden wir Spacemap Go, um über fünf verschiedene Galaxy Ausgänge mit unterschiedlichen Delay-Zeiten zu mischen. Die Verzögerungszeiten ändern sich sanft und ohne Übergänge und ermöglichen es dem Publikum, das durch die seitlichen Fills der Hauptbühne beschallt wird, Michaels Stimme genau folgen zu können, während er sich entfernt.“

„Für das Publikum ist das ein schönes Erlebnis“, sagt Craig Doubet. „Wenn Michael sich bewegt, bewegt sich seine Stimme mit ihm, und wenn er auf der B-Bühne ist, ist seine Stimme genau dort für alle wahrnehmbar. Das ist wichtig, denn Michael will dieses Gefühl von Nähe und Präsenz, um eine Verbindung zu seinem Publikum aufzubauen. Man hat nicht diese seltsame Trennung, die entsteht, wenn er direkt vor einem steht und seine Stimme aus weit entfernten Lautsprechern kommt.“

Abgehängte Boxen im Stadion(Bild: Meyer Sound)

Zwei Galaxy 816 Prozessoren am Frontend des Systems steuern die Spacemap Go Funktionen und sind über Milan AVB mit neun Galaxys für das Lautsprecher-Processing verbunden. Auf den vier Hauptbühnen-Arrays kommen insgesamt 60 Leo und Lyon Line-Array-Lautsprecher sowie zwölf 1100-LFC und vier 900-LFC Low Frequency Control Elements zum Einsatz. Die Frontfills bestehen aus acht Mina und zwei JM-1P Lautsprechern.

Die in der Mitte aufgehängten Arrays fungieren als Delay-Cluster, wenn Bublé auf der Hauptbühne steht, und werden zum Primärsystem, wenn er auf die B-Bühne wechselt. Dieses System besteht aus zehn Leo und 52 Mica Line-Array-Lautsprechern sowie bühnenseitigen Arrays mit 16 Leopards, die nur aktiv sind, wenn Bublé auf der B-Bühne steht. Das B-Stage-System umfasst außerdem zwölf 700-HP Subwoofer, zwei 900-LFC und sieben MINA Lautsprecher als Frontfill. Wie schon seit vielen Jahren wurde das gesamte System für die Bublé Tour von Solotech geliefert.

„Spacemap Go an sich ist extrem kosteneffizient“, bemerkt Doubet, „aber für unser Setup müssen wir auch ganz schön viele Lautsprecher einsetzen, damit es funktioniert. Vielen Künstlern wird so eine Lösung vielleicht zu aufwendig erscheinen, aber Michael ist der Meinung, dass es sich lohnt, diese enge Verbindung zum Publikum und ein störungsfreies Monitoring zu haben, wo auch immer er auftritt.“

Während Doubet sich auf seinen Mix konzentriert, kümmert sich der Systemingenieur Fred Cantin um die Übergänge mit Spacemap Go. Weitere wichtige Teammitglieder sind der Produktionsleiter Craig Finley und die Monitor-Ingenieure Marc Depratto und Renato Petruzziello.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.