Menschenzentrierte Tourismuskonzepte gefordert

CityDNA-Konferenz diskutiert Zukunft der europäischen Visitor Economy

Die City Destinations Alliance (CityDNA) hat ihre International Conference & General Assembly 2026 in Helsinki durchgeführt. Mehr als 230 Delegierte aus 30 Ländern diskutierten dort über die Zukunft der europäischen Visitor Economy. Im Mittelpunkt standen Fragen zu nachhaltiger Stadtentwicklung, Tourismussteuerung und der Rolle von Destination Management Organisations (DMOs).

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Die Konferenz stand unter dem Motto „The Human Pulse of Place and Purpose“ und rückte die Bedeutung von Bewohner:innen, lokalen Communities und weiteren Interessengruppen für die Entwicklung touristischer Angebote in den Fokus.

„Was CityDNA einzigartig macht, ist nicht nur das Wissen, das wir teilen, sondern auch die Art und Weise, wie wir es teilen: mit Offenheit und einer echten Bereitschaft, voneinander zu lernen“, sagte Barbara Jamison-Woods, Präsidentin von CityDNA. „In Helsinki haben wir eine Community erlebt, die bereit ist, komplexe Herausforderungen gemeinsam anzugehen und eine Visitor Economy zu gestalten, die echten Mehrwert für Menschen und Orte schafft.“

In mehreren Sessions wurden aktuelle Herausforderungen europäischer Städte diskutiert, darunter Wohnraummangel, Regulierung von Kurzzeitvermietungen sowie neue Modelle für nachhaltiges Wachstum. Eine zentrale Rolle spielte dabei das Konzept des „optimum tourism“, vorgestellt von Greg Clark. Dieses beschreibt eine Tourismusentwicklung, die sich an Identität, Kapazitäten und Erwartungen einer Stadt orientiert.

Zudem wurde die zunehmende Bedeutung von Tourismusabgaben als Steuerungsinstrument thematisiert. Laut den Teilnehmenden seien dafür transparente Prozesse, die Einbindung relevanter Akteure sowie datenbasierte Entscheidungen notwendig.

Beispiele aus verschiedenen Destinationen zeigten, wie Städte bereits auf veränderte Anforderungen reagieren. Helsinki präsentierte Ansätze zu Nachhaltigkeit und regenerativer Stadtentwicklung, während Turin Strategien vorstellte, die auf lokaler Identität und spezialisierten Angeboten basieren.

Die Konferenz thematisierte außerdem die veränderte Rolle von Destination Management Organisationen. Diese würden zunehmend nicht mehr nur Marketingaufgaben übernehmen, sondern als Koordinatoren komplexer städtischer Ökosysteme agieren. Auch der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Steuerung und Wahrnehmung von Destinationen wurde diskutiert.

„Es war uns eine Ehre, die CityDNA-Community im nachhaltigen und glücklichen Helsinki willkommen zu heißen“, sagte Nina Vesterinen, Tourismusdirektorin der Stadt Helsinki. „Diese Woche hat gezeigt, welche Kraft Zusammenarbeit bei der Gestaltung einer nachhaltigeren, inklusiveren und menschenzentrierten Visitor Economy entfalten kann.“

Die nächste CityDNA-Konferenz findet vom 19. bis 21. Oktober 2026 in Verona statt.

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