Konstruktion aus 64 Tonnen Stahl mit Photovoltaikanlage

Messe Hannover: neue Glasbrücke zwischen Convention Center & Halle 7

Die Deutsche Messe AG baut die Nutzungsmöglichkeiten für das Convention Center Hannover deutlich aus: Fortan können Besucher direkt aus den Konferenzräumen die Messehalle 7 erreichen, über eine neue Glasbrücke aus 64 Tonnen Stahl, 40 Meter Länge und in sechseinhalb Metern Höhe.

Neue Glasbrücke der Deutschen Messe zwischen Convention Center und Halle 7
Deutsche Messe
Neue Glasbrücke der Deutschen Messe zwischen Convention Center und Halle 7

„Wir bauen damit das Angebot für das immer stärker verbreitete Format von kombinierter Konferenz mit angeschlossener Ausstellung weiter aus“, sagt Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG, Hannover. Dafür investierte das Unternehmen 2,6 Millionen Euro in den Übergang zwischen Halle 7 und dem Convention Center. Technischer Clou: In die Seitenscheiben sind Photovoltaik-Elemente eingesetzt, die nicht nur Strom erzeugen, sondern bei starker Sonneneinstrahlung auch für eine entsprechende Verschattung sorgen. Die Bauarbeiten hatten im Mai 2015 begonnen und waren im vergangenen Oktober abgeschlossen.

Das hannoversche Architekturbüro Storch Ehlers Partner, das vor 25 Jahren bereits das Convention Center gebaut hatte, realisierte auch den Brückenbau. Mit der Glasbrücke, die das Convention Center mit der direkt am Eingang Ost 3 gelegene Halle 7 verbindet, hat die Deutsche Messe nach dem Neubau der Halle 19/20 einen weiteren attraktiven Veranstaltungskomplex für kleine und mittelgroße Veranstaltungen aus dem MICE-Segment geschaffen.

„Mit der neuen Glasbrücke erhöhen wir die Attraktivität unseres Messegeländes für alle Veranstaltungen im MICE-Segment. Die Möglichkeit, Ausstellung und Kongress an einem Ort zu kombinieren, ist für viele Gastveranstalter ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Veranstaltungsortes, sodass wir unser Messegelände dahingehend weiter entwickeln werden“, erläutert von Fritsch. „Unsere neue Glasbrücke ist ein ideales Beispiel, wie unsere Kunden ihre Messen durch Kongresse ergänzen oder Tagungen durch Ausstellungen aufwerten können – und das witterungsgeschützt und nahezu barrierefrei.“

 

Marktorientierte Geländeentwicklung

Der Brückenneubau ist Teil eines umfangreichen Geländeentwicklungsplans der Deutschen Messe. Er verfolgt das Ziel, die Funktionalität und Flexibilität des Messegeländes zu erhöhen. Bis 2032 sollen rund 100 000 Quadratmeter überdachte Ausstellungsfläche erneuert oder durch Neubauten ersetzt werden. Dafür sind Investitionen von durchschnittlich 20 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Mit der Modernisierung des Messegeländes reagiert die Deutsche Messe auf die veränderten Marktanforderungen und den zunehmenden Wettbewerb um Gastveranstaltungen sowohl im klassischen Messeumfeld als auch im MICE-Segment.

Blick auf den Hermesturm der Deutschen Messe
Deutsche Messe
Blick auf den Hermesturm der Deutschen Messe

Hintergrundinformationen zur Glasbrücke

Die tragende Stahlkonstruktion der Brücke funktioniert als Hybrid aus Stahlfachwerk und Schale. Zweifeldträger mit Diagonalabhängungen bilden das Primärtragwerk. Das dreidimensionale Dachtragwerk aus Querträgern sorgt zusätzlich zur Betonverbunddecke für die erforderliche Biegesteifigkeit. Die Decke erhielt darüber hinaus einen „Knick“ und dadurch ein natürliches Gefälle, sodass Regenwasser an definierten Stellen gut ablaufen kann.

Die Wände sind aus Sicherheitsglas und an beiden Seiten transparent. In die Südfassade der Brücke ist zudem eine Photovoltaik-Anlage in die Scheiben eingebaut, die so gleichzeitig als Sonnenschutz fungieren. Feinsteinzeugplatten am Boden sowie eine Lamellendecke komplettieren die Ausstattung der Brücke.

Ein massiver Betonkern mit Sichtbetonflächen bildet das Ankunftsbauwerk innerhalb der Halle. Einfache plangeschliffene Schweißverbindungen unterstützen die homogene, fließende Gesamtstruktur der Brücke.

Die 40 Meter lange und mit zwei Prozent Gefälle rollstuhlgerechte Brücke ist asymmetrisch und an manchen Stellen breiter als an anderen – zwischen 3,80 und 4,80 Metern misst dabei die Spanne. Im Zuge des Brückenbaus entstand an der Westseite von Halle 7 ein neuer Eingangsbereich, inklusive zusätzlicher Außentür, angrenzender Fensterfront im Erdgeschoss, Aufzug, Rolltreppen sowie ein Treppenhaus ins Obergeschoss. Genau von dort aus führt die neue Brücke hinüber ins CC.

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