Die Marketing- und Produktionsagentur VG Media Studio aus Laichingen bei Stuttgart hat ein Studio für Virtual Production eingerichtet. Es basiert auf einer LED-Wand von LG mit mehr als 100 m² Fläche, Tracking von Mo-Sys und Tessera-Prozessoren von Brompton Technology.
(Bild: VG Media Studio)
Virtual Production war ursprünglich nicht Teil der Planung. Während des Ausbaus des Gebäudekomplexes kam VG Media Studio mit LG ins Gespräch. Der Hersteller suchte nach einem offiziellen Referenzstudio in Europa. Daraus entstand die Idee, LED, Processing und Tracking zu einer Virtual-Production-Umgebung zu kombinieren. Genutzt wird das Studio für Werbe- und Automotive-Produktionen, Kurzfilme und Spielfilme. Im Juli 2026 lief dort bereits ein kompletter Kinofilm.
Anzeige
Die Anlage umfasst zwei Räume. Vor der LED-Wand im Hauptstudio stehen rund 250 m² Spielfläche zur Verfügung. Ein zweites Studio mit 70 m² dient als klassisches Film- oder Fotostudio.
Tessera-Prozessoren für Wand und Decke
Zwei 4K-Prozessoren vom Typ Tessera SX40 steuern die LED-Wand, ein Tessera S8 übernimmt die Decke. Jeder SX40 ist mit zwei Datenverteilern Tessera XD 10G gekoppelt. Das System arbeitet mit bis zu 60 fps. Mit weiterer Konfiguration sollen auch 120 fps möglich sein.
Für den Alltag ist die Brompton-Integration mit dem Stream Deck wichtig, denn darüber steuert das Team die LED-Bühne. Die Farb-Pipeline von Brompton soll zudem über verschiedene Kameras hinweg konsistente Ergebnisse liefern.
Zwei 4K-Prozessoren Tessera SX40 von Brompton steuern die LED-Wand, ein Tessera S8 die Decke (Bild: VG Media Studio)
„Ich mag das Brompton-System hier sehr, weil es extrem schnell und zuverlässig ist“, betont Simon Brüstl, Virtual Production Engineer bei VG Media Studio. „Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt und bietet alle Funktionen, die man im Betrieb braucht. Es erledigt einfach seine Aufgabe.“
Tracking-Marker unsichtbar für die Kamera
Bei der Integration mit Mo-Sys spielen Marker eine Rolle, die das Tracking-System erfasst, die Produktionskamera aber nicht sieht. Per Frame Remapping erhalten einzelne Kameras bei Multicam-Produktionen unterschiedliche LED-Zuspielungen. Mit Custom Markers lassen sich Texte, Cues oder Anweisungen für die Crew einblenden, ohne dass sie im fertigen Bild erscheinen.
Das Studio soll vor allem extern vermietet werden, erläutert Philipp Offermann, Head of Management and Booking bei VG Media Studio. Man prüfe zwar mit jedem eigenen Kunden, ob ein Dreh vor der Wand infrage komme. Ziel sei aber in erster Linie, Räume, Equipment und Know-how externen Produktionsfirmen anzubieten.
Laut Oliver Dier, Technical Solutions Manager EMEA bei Brompton Technology, ist das Studio wenige Monate nach dem Start bereits mit externen Produktionen ausgebucht.