Case Study

Renkus-Heinz sorgt für klare Sprache am Wallfahrtsort Fátima

Das Heiligtum von Fátima in Zentralportugal – eines der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsziele weltweit – hat sein Beschallungssystem im Außenbereich grundlegend erneuert. Als Kerntechnologie kommen 43 Renkus-Heinz-IC-Live-Beam-Steering-Arrays zum Einsatz, die für gleichmäßige Sprachverständlichkeit und Klangabdeckung auf dem weitläufigen Freiluftgelände zwischen den beiden Basiliken und der Kapelle sorgen sollen. Das Projekt wurde vom portugiesischen Planungsbüro RCOE unter der Leitung von Ricardo Castro konzipiert; die Installation übernahm das hauseigene Technikteam des Heiligtums.

Menschenmenge auf dem Gelände von Fátima
Fátima ist weltberühmt für seine Marienerscheinung: Zur Hauptsaison zieht das Wallfahrtsgelände zwischen 50.000 und 100.000 Pilger an (Bild: Archiv des Heiligtums von Fátima)

Das Gelände empfängt während der Hauptsaison regelmäßig 50.000 bis 100.000 Pilger. Die bisherige Beschallungsanlage war laut Castro nicht mehr in der Lage, die erforderliche Verständlichkeit und Abdeckung bei Großveranstaltungen zu gewährleisten – vor allem bei den Hauptfeiern zum Gedenken an die erste Marienerscheinung am 13. Mai und an die letzte am 13. Oktober.

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Beam-Steering auf Laternenmasten

Das System basiert auf fünf ICL-F-RD- und 38 ICL-F-DUAL-RD-Lautsprechern, die an Laternenmasten rund um den Außenbereich befestigt wurden. Die digitale Strahlsteuerung soll den Schall präzise auf die Zuhörer ausrichten und Reflexionen sowie Schallübertragung in nicht genutzte Bereiche minimieren. Für eine gleichmäßige Abdeckung des weitläufigen Areals wurde zudem eine zusätzliche zentrale Säule mit Lautsprechern errichtet. „Zunächst befürchteten die Architekten, dass eine neue Säule das Erscheinungsbild des Heiligtums stören könnte”, berichtet Castro. „Als sie jedoch sahen, wie die kompakten Lautsprecher in das schlanke Profil der Säule und die Umgebung integrierten, waren sie beruhigt.”

Alle Lautsprecher wurden individuell lackiert. Kabelführungen wurden verdeckt, um das historische Erscheinungsbild des Geländes zu wahren. Die IP54-Schutzklasse der Gehäuse aus finnischer Birke soll zuverlässigen Betrieb unter Witterungseinflüssen sicherstellen.

Redundanz für sicherheitskritischen Betrieb

Da das Heiligtum täglich – auch nachts – Gottesdienste und Veranstaltungen durchführt, mussten Installationsarbeiten sorgfältig geplant werden. Die Systemkonfiguration erfolgte vorab über Renkus-Heinz’ RHAON-Software, was den Einrichtungsaufwand vor Ort deutlich reduziert haben soll. Für Betriebssicherheit sorgen mehrere Rack-Räume, primäre und sekundäre Dante-Pfade, ein dritter AES-EBU-Feed sowie eine analoge Notfallsicherung in kritischen Bereichen – im Fehlerfall sollen mindestens 50 Prozent des Netzwerks weiter betrieben werden können.

„Die Transformation war beeindruckend. Beschwerden über den Klang sind verschwunden und durch Begeisterung ersetzt worden”, resümiert Ricardo Castro. Die vollständige Audio-Renovierung des Heiligtums soll über die nächsten vier bis fünf Jahre fortgesetzt werden.

Zusätzlich errichtete Säule mit dezent angebrachtem Lautsprecher
Eine zusätzliche Lautsprechersäule verbessert die Klangabdeckung des weitläufigen Geländes, ohne das Erscheinungsbild des Heiligtums zu beeinträchtigen (Bild: Archiv des Heiligtums von Fátima)

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