Case Study Stage Precision

Volksoper Wien inszeniert Zauberflöte mit Projection Mapping

Die Wiener Volksoper zählt zu den renommiertesten Häusern für Oper, Operette, Musical und Ballett und bringt pro Saison rund 30 Produktionen auf die Bühne. Im Spielplan 2025/2026 steht unter der künstlerischen Leitung von Lotte de Beer Mozarts „Die Zauberflöte” – die klassische Geschichte um einen Prinzen, der eine Prinzessin retten will. Für die Inszenierung setzte das Haus auf Videoprojektion, um eine Vielzahl fantastischer Bühnenwelten zu erschaffen. Sechs synchron gesteuerte Projektionsflächen ersetzen klassische Bühnenbilder, gesteuert und getrackt mit der SP-Software von Stage Precision.

(Bild: Marco Sommer)

Statt handgefertigter Bühnenbilder, die von Bühnenpersonal ein- und ausgebracht werden, entschied sich die Volksoper für eine projektionsbasierte Lösung. „Für die Zauberflöte war die Idee, das Rückgrat des Bühnenbilds mit Projektionen zu gestalten”, erläutert Christian Allabauer, Leiter Licht- und Netzwerktechnik an der Volksoper. Dies erlaube es, nahezu ohne Eingriff der Crew zwischen Szenen und Schauplätzen zu wechseln.

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Bei einer früheren Produktion hatte das Haus bereits eine einzelne Projektionsfläche über die gesamte Bühne genutzt. Für die Zauberflöte strebte das Team laut Allabauer eine flexiblere und feiner abgestimmte Frontprojektion an, die auf dem Zusammenspiel von Projektion und Bühnenmaschinerie beruht. Anstelle einer einzigen Fläche kommen nun sechs individuell bewegliche Projektionsflächen zum Einsatz, die wie Puzzleteile ineinandergreifen.

Sechs Flächen in perfekter Synchronisation

Vor einem Publikum von 1.300 Personen müssen die unterschiedlich geformten und dimensionierten Projektionsflächen exakt synchron bewegt werden. Die größte Herausforderung habe darin bestanden, sicherzustellen, dass die Videoinhalte mit den bewegten Flächen übereinstimmen, ohne zu verrutschen oder gegen den Bühnenhintergrund zu stoßen, berichtet Allabauer. Fehler habe man sich angesichts der immersiven Inszenierung nicht erlauben können.

Für die präzise Skalierung der Projektionsflächen war das detaillierte Mapping- und Tracking-Feature von SP erforderlich. Allabauer hatte im Jahr zuvor an einer SP-Schulung teilgenommen und war mit dem Funktionsumfang bereits vertraut. Bei der Suche nach einer passenden Lösung habe sich das Volksoper-Team zudem mit lokalen Theatern ausgetauscht, die SP empfohlen hätten. Das Serviceteam von Stage Precision sei in der frühen Projektphase eine wichtige Unterstützung gewesen, insbesondere beim Aufbau der Grundlagen für das Zusammenspiel von Bühnenmaschinerie, Positionsdaten und Projektionen, resümiert Allabauer.

PosiStageNet für präzises Tracking

Drei Lichtpulte des Typs ETC EOS APEX dienen als zentrale Steuerungsplattform, über die das Licht- und Multimedia-Team sämtliche Licht- und Bildelemente verwaltet. Mit der Integration von SP in diesen Workflow wurde die Software laut Allabauer zum Kern des gesamten Motion-Tracking-Systems und ermöglicht die effiziente Verwaltung aller Inhalte und Positionsdaten.

An den Flybars, an denen die Projektionsflächen hängen, sind Sensoren angebracht, die ihre Echtzeitposition per PosiStageNet-Protokoll (PSN) an SP übermitteln. Die Positionsdaten würden innerhalb von SP mit den Lichtsteuerungsdaten verknüpft und an die Medienserver weitergeleitet, die wiederum das Videosignal an die Projektoren senden, erklärt Allabauer. Angesichts der Größe des Systems seien gewisse Verzögerungen zu erwarten gewesen; ein Prädiktionsfilter von SP habe jedoch geholfen, die Systemlatenz auszugleichen.

Die beweglichen Projektionsflächen ersetzen in der Wiener Volksoper klassische Bühnenbilder. Stage Precision sorgt dafür, dass Projektionen und Bühnenelemente auch während der Bewegung präzise synchron bleiben. (Bild: Marco Sommer)

Die Videoinhalte stammen von einem externen Content-Team und orientieren sich an Zeichnungen des Volksoper-eigenen Bühnenbildners Christof Hetzer. „In unserer Interpretation der Zauberflöte entfaltet sich die Geschichte im Skizzenbuch eines dreizehnjährigen Jungen”, beschreibt Hetzer, der für Artwork und Bühnenbild der Produktion verantwortlich zeichnet. Das Publikum solle miterleben können, wie die Ideen des imaginierten Künstlers zu bewegten Figuren werden, die mit sich entwickelnden Landschaften interagieren.

Weniger Aufwand, mehr kreative Freiheit

Das Licht- und Multimedia-Team steuert die AVLM-Elemente (Audio, Video, Licht, Medien) jeden Abend vom Lichtpult aus. Allabauers Rolle bestehe nun vor allem darin, die Tracking-Funktion zu überwachen, die für die fehlerfreie Ausführung der gesamten Produktion entscheidend sei, betont er. Ohne den Bedarf, schwere Bühnenbilder auf die Bühne zu tragen, lasse sich die Show mit minimalem Eingriff durchführen – die Darsteller könnten sich auf ihre Performance konzentrieren, während die Crew Szenenwechsel diskret von der Seite aus steuere.

Lichtdesigner Alex Brok ergänzt, die Integration von Motion-Tracking könne im Lichtdesign ein Schlüsselfaktor sein, um Konzepte zu entwickeln, die Bewegung im Einklang mit der Dynamik der jeweiligen Szene realisieren. Content-Designer Roman Hansi unterstreicht die technische Komplexität: Sechs bewegte Flächen mit Zentimeter-Genauigkeit zu mappen, sei eine enorme Aufgabe gewesen – ohne Stage Precision wäre die Produktion technisch nicht umsetzbar gewesen. Besonders die Prädiktionsfilter seien entscheidend gewesen, um die systembedingte Trägheit auszugleichen, sodass die Inhalte nicht hinterherhinken.

Seit der Einführung von SP an der Volksoper Wien hätten weitere Produktionen Interesse an den AVLM- und Sensor-Tracking-Workflows der Software bekundet. Mit der bestehenden Infrastruktur lasse sich der Umfang je nach Produktion flexibel skalieren, indem lediglich Videoinhalte und Bewegungsabläufe der Projektion angepasst werden. Man habe damit nicht nur das Bühnenbild vereinfacht, sondern auch ein Storytelling-Werkzeug entwickelt, das die Neugier des Publikums wecke, fasst Allabauer zusammen.

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