Gartner nennt fünf KI-Trends für IT-Infrastruktur 2027
von Redaktion,
Das Analystenhaus Gartner hat die wichtigsten KI-Trends für Infrastruktur und IT-Betrieb (I&O) im Jahr 2027 benannt. Sie reichen von KI-Agenten im autonomen IT-Betrieb über steigende Token-Kosten bis zur Zusammenlegung von Netzwerk- und Sicherheitsleitstellen.
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Grundlage ist unter anderem eine Gartner-Umfrage unter 272 I&O-Verantwortlichen aus dem April und Mai 2026. 58 Prozent von ihnen sehen es in den kommenden zwölf Monaten als wichtige Priorität, KI-Konzeptnachweise in den breiten Einsatz zu überführen.
KI führe zu einem der tiefgreifendsten Umbrüche, mit denen I&O-Bereich je konfrontiert war, betont Jonathan Forest, VP Analyst bei Gartner. Statt alle Aspekte gleichzeitig anzugehen, sollten sich Verantwortliche auf wenige strategische Investitionen konzentrieren.
KI-Agenten im IT-Betrieb
Agentische KI soll komplexe IT-Workflows wie Incident-Triage, Änderungsvalidierung und Fehlerbehebung mit minimalem menschlichem Eingriff ausführen. Gartner prognostiziert, dass bis 2030 rund 50 Prozent der Unternehmen KI-Agenten mit minimaler menschlicher Beteiligung im IT-Betrieb einsetzen werden. 2026 sind es noch nahezu 0 Prozent. Wer seine Organisation nicht entsprechend umbaue, riskiert laut Forest höhere Kosten, geringere Agilität und letztlich die Bedeutungslosigkeit.
Token-Kosten als neue Herausforderung
Agentische Systeme erledigen mehrstufige Aufgaben und verbrauchen dafür deutlich mehr Token als klassische KI-Interaktionen. Unternehmen, die KI-Agenten im IT-Betrieb mit ungedeckelten, nutzungsabhängigen Preismodellen betreiben, werden laut Gartner bis 2027 ihre ursprünglichen Kostenerwartungen um mehr als 50 Prozent überschreiten. Zum Vergleich dienen Unternehmen mit planbaren Abo- oder Paketmodellen. Gartner empfiehlt eine strikte Regel: kein Einsatz ohne Telemetrie.
Hybride Infrastruktur für KI-Inferenz
Die meisten Unternehmen nutzen bestehende Foundation-Modelle per Inferenz, statt eigene Modelle zu trainieren. Weil die Daten über Public Cloud, eigene Rechenzentren und Edge verteilt liegen, wird KI-Infrastruktur zunehmend hybrid. Datenschutz, Kosten, Performance und Datensouveränität beschleunigen diese Entwicklung. Bis 2029 sollen laut Gartner 80 Prozent der Großunternehmen produktive KI-Workloads in mindestens drei Infrastrukturumgebungen betreiben, darunter Public Cloud, Neoclouds, On-Premises-Rechenzentren und Edge-Standorte.
Betriebs- und Sicherheitsrisiken verschmelzen
Gemeinsame KI-Tools, Telemetrie und der Einsatz von KI-Agenten verzahnen Betriebs- und Cybersecurity-Risiken immer stärker. Gartner prognostiziert, dass bis 2030 rund 25 Prozent der Unternehmen ihr Network Operations Center (NOC) und ihr Security Operations Center (SOC) zusammenlegen werden. Heute sind es 5 Prozent. Die Gesamtausgaben für Tools und Personal sollen dadurch um mehr als 25 Prozent sinken.
I&O als Orchestrator der KI-Plattform
Mit KI-Projekten über Cloud, Rechenzentrum und Edge hinweg entwickelt sich I&O laut Gartner vom Gatekeeper zum Orchestrator der unternehmensweiten KI-Plattform. Unternehmen ohne starke I&O-Funktion, die Design, Architektur und Support der KI-Infrastruktur verantwortet, sollen bis 2030 mehr als doppelt so häufig mit ihren KI-Initiativen scheitern. Die hohen Kosten der KI-Infrastruktur ließen wenig Spielraum für Fehler, resümiert Forest. I&O-Verantwortliche müssten deshalb die Fähigkeiten ihrer Teams ausbauen, technische Schulden abbauen und KI proaktiv ermöglichen.