Green Hippo bringt Kinderbuch-Illustrationen in Bewegung
von Redaktion,
Am Finnischen Nationaltheater in Helsinki verschmelzen Illustrationen, Projektion und Licht für eine Inszenierung des Kinderklassikers „Puluboi and Poni“. Das visuelle Herzstück bilden Hippotizer-Medienserver von Green Hippo, einer Marke von ACT Entertainment.
(Bild: Ilari Kallinen)
Licht- und Videodesigner Ville Virtanen hat die Illustrationen der Geschichte in eine Bühnenwelt verwandelt, die sich ständig weiterentwickelt. Er steuert das Hippotizer-System über eine einzige grandMA-Konsole und kann so einzelne Elemente der Bilder parallel zum Licht verändern. Die visuelle Gestaltung entstand gemeinsam mit der Illustratorin Emmi Jormalainen. Sie kombiniert Motive aus den Originalbüchern mit neuen Zeichnungen. Virtanen animierte die Illustrationen in Adobe After Effects und mischte bewegte Sequenzen mit Standbildern.
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Zwölf Ebenen pro Bild
Die Inhalte laufen auf einer nahezu bühnenbreiten, anthrazitfarbenen Leinwand von Showtex. Projiziert wird mit einem Epson EB-L3000U und dem Objektiv ELPX03. Virtanen behandelt die Illustrationen nicht als fertige Bilder. Er verteilt einzelne Elemente auf mehrere Hippotizer-Ebenen, sodass Objekte eigene Bewegungen, Farbwechsel und Effekte erhalten.
„Der größte Vorteil ist eindeutig das Ebenensystem“, erläutert Virtanen. Er arbeite mit zwölf Ebenen, auf die die Illustrationen aufgeteilt seien. Mindestens gebe es eine Ebene für die Hintergrundfarbe und eine für das Hauptbild. In einigen Songs kämen mehrere Objekte hinzu, deren Bewegungen, Farbwechsel oder Effekte direkt in Hippotizer programmiert seien.
Das System arbeitet mit einem Viewport und einem Mix sowie einem einfachen Keystone-Mapping für die Rückprojektion. Die Hippotizer-Bibliothek in der grandMA steuert den Medienserver über das MANet-Protokoll. Zu den wichtigsten Parametern zählen Position, Skalierung, Abspielgeschwindigkeit und -richtung, Farbkorrektur, Deckkraft und Mischmodi.
Projektor als Moving Light
„Da ich die Show selbst fahre, ist es für mich natürlich und effizient, den Medienserver vom selben Pult aus zu bedienen wie das Licht“, betont Virtanen. Alle Parameter folgten derselben Logik. Ein Projektor sei im Grunde wie ein Moving Light mit unbegrenzt vielen Gobos und visuellen Möglichkeiten. Mit diesem Gedanken lasse sich Video sehr intuitiv in das Lichtsystem integrieren.
Licht und Medienserver werden über dieselbe grandMA-Konsole gesteuert. Auf dem Notebook links läuft die Hippotizer-Oberfläche
So konnte Virtanen alles in einer einzigen Sequenz programmieren. Nahezu jeder Lichtwechsel geht mit einer passenden Änderung im Videoinhalt einher. Das Tempo der Wechsel geben Rhythmus und Charakter der Musik vor. In einer Szene wird etwa aus einer Stadtansicht eine Straßenszene. Himmel und Gebäude wechseln die Farbe, Sterne und Mond erscheinen, und die Straße bewegt sich nach vorn, als würde das Publikum hindurchfahren. Das Licht ändert dazu parallel Farbe und Richtung.
Visualisierung in 3D
Wegen des knappen Zeitplans baute Virtanen die gesamte Show mit Presets für Position, Zoom, Fokus und Farbe auf. Die Farb-Presets halfen ihm, die Palette von Video und Licht durchgehend abzustimmen. Eine zentrale Rolle spielte die Previsualisierung. Das Nationaltheater verfügt über ein 3D-Modell seiner Hauptbühne, das auf etwa zehn Zentimeter genau sein soll. Damit und mit den Visualisierungswerkzeugen von Hippotizer Prep und Capture programmierte Virtanen fast das komplette Konzert vorab.
Vor der ersten Vorstellung stand ihm nur ein Tag auf der Bühne zur Verfügung. Vor Ort blieb so lediglich Zeit für kleinere Anpassungen und Preset-Updates. Das Visualisierungsstudio des Theaters ist zwar seit vier Jahren in Betrieb. Es war aber die erste Produktion, die Virtanen nahezu vollständig vorab programmiert hat, bevor er das Theater betrat.
„Puluboi and Poni“ lief im Rahmen des Herbstprogramms 2026 „Godchildren of Culture“ des Nationaltheaters.